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Das verborgene Leben mit Christo in Gott : aus den Schriften Johann von Bernieres-Louvigni gesammelt ... [v. G. Tst]
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ein Augenblick des Genusses Gottes ist mehrwerth, als alles Leiden.

7. Ein inniger Mensch, der über alles, wasin ihm vorgeht, mit Andacht wachet, kannaus Erfahrung das Licht der Sinne und Ver-nunft leicht vom Licht der Gnade unterscheiden.Wenn ihn dieses einmal recht durchdrungen hat,kommen ihn, die beiden andern, wie Finsternissevor. Wer Gott einmal in seinem Innern gc-schmeckct hat, kann keinen Geschmack mehr anden Kreaturen finden. Der Gaumen der Seeleist schon zu zärtlich, und die unendliche Schön-heit Gottes, die Vortrefflichkeit der christlichenTugenden, die Erhabenheit der Lehre Jesu,und die Uebung seiner Nachfolge reizen dieSeele so sehr, daß ihr alles klebrige widrig,nichtig und verächtlich wird,

8. Wenn sich die Seele gewöhnt, ihre in-nere Augen auf Gott in ihr zu richten, sokommt sie in einen fast beständigen Umgang mitdem gegenwärtigen Gott; sie kann sich nichtmehr von diesem göttlichen Geiste trennen, sieentdeckt immer mehrere Vollkommenheiten inIhm, die sie immer fester an Ihn binden, daßsie außer Ihm nichts mehr anschauen mag.

9. Was ist doch Gott? und was istdas Geschöpf? Gott sucht dich, und will sichdir hingeben, und du willst dich Ibn, entziehen!kannst Ihn so oft zurückstoßen! Wie? die Krea-tur verweigert sich ihren, Gott? Gott will siebesitzen, will in ihr wohnen, und sie wohnenlassen in Sich, um sich in ihr zu beschauen, zulieben, zu verherrlichen durch sie; und die Krea-tur verweigert sich dennoch ihren, Gott, und

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