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Das verborgene Leben mit Christo in Gott : aus den Schriften Johann von Bernieres-Louvigni gesammelt ... [v. G. Tst]
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119
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I

So wollen wir es da lassen, wir werden nurum so viel weniger beunruhiget werden, unduns um so »»verrückter mit Gott beschäftigenkönnen. Was hat eine Seele nöthig, die nichtshaben will, als Gott? Mögen diese Dinge demmenschlichen Leben dienen; allein sie können dasgöttliche Leben tödten! wir wollen sie da lassen,meine Seele! verwickle dich nicht in äußereDinge, ohne bestimmten Willen Gottes, wenndn deinen Geist nicht quälen, und dich nichtschämen willst. Selig, wer die Vielfältig-keit meidet; den» er hat einen großen Zutrittzum Gebete.

9. Viele Dinge halten wir für nothwen-dig, die doch zu nichts taugen, als das Ver-derben der Natur zu nähren. Wenn Gott alleunsere Handlungen genau untersuchte, würde Ervielleicht kau»! eine finden, die ganz gut, undIhm gefällig wäre! Wir thun fast alles nachder Natur, nach menschlichem Sinne, undunsern Neigungen, selten ist die Gnadedabei, fast nie nach ihrer völligen Ausdehnung.Bisweilen ist sie dabei im An sänge; im Fort-gange aber schon wieder weniger. Was aberbloß natürlich ist, gefällt Gott nicht. O wieselten ist die reine Tugend! Wenn's noch gutgeht, so ist Gnade mit Natur vermischt. WerLicht hat, erkennt dieß: die übrigen sehen nurgrobe Sünden.

O Jesu! besitze Du meine Seele so völlig,daß sie ganz Dein sey, und sich von Nichts, alsdeiner Gnade bewegen lasse! Dieß ist die großeBegierde meiner Seele, die nicht mehr halb Dir,und halb den Geschöpfen leben will.