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Das verborgene Leben mit Christo in Gott : aus den Schriften Johann von Bernieres-Louvigni gesammelt ... [v. G. Tst]
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116
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3. Ich habe Seele» gekannt, die, weil sienach vollkommener Vereinigung mit Gott streb-ten, anfangs so eingesammelt lebten, daß sieandern, die ihr Inneres nicht bewachten, unddaher nicht wußten, was in ihnen vorging, un-erträglich waren. Nachdem sie aber mehr be-festigt waren in ihrer innern Vereinigung, sowurden sie auch freier im Aeußern, und thätigerim Umgange; doch bleiben sie allzeit sehr ernst-haft, und dem Aeußern todt.

ä. Diejenigen, welche sich in ihrer Frömmig-keit nach der Welt richten, sorgen nur dafür,daß sie ihr äußeres in allen Dingen aufs Besteordnen, weil dieß in die A!gcn der Menschenfällt; ihr Inneres aber versäumen sie, weil cSNiemand sieht. Wer aber vor Gott rechtstehen will, richtet seine ganze Sorge auf seinInwendiges, weil es vor Gottes Auge ge-sehen wird, und sein Acußeres muß bei ihm nurdem Jnncrn dienen; denn da hat Gott feineLust zu wohnen, als in seinem heiligen Tempel;da theilt Er der Seele den Uebersiuß seinerGnade, seines Lichtes, und seiner göttlichen in-nern Regungen mit, um sich ihr bekannt zumachen.

5. Wer die Besuche des himmlischen Bräu-tigams wahrnehmen, und seine Gnaden nichtvergeblich empfangen will, muß Ihm mit ge-bührender Treue begegne», und eine große undbeständige Aufmerksamkeit auf sein Inwen-diges haben. (Sprüchw. ä, 23.) Wachetund betet, ihr wisset ja nicht, zu wel-cher Stunde euer Herr kommen wird.Ach! wie vieler Gnaden, die uns angeboten wer-