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Das verborgene Leben mit Christo in Gott : aus den Schriften Johann von Bernieres-Louvigni gesammelt ... [v. G. Tst]
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lern aufhalte, und sie ansehe. Vorher leitetemich alles zu Gott, jetzt sieht mich alles vonIhm ab. Ich war unempfindlich, jetzt bin ichempfindlich über die geringsten Dinge. Ichfühle mich i» solcher Verlassung, dass ichmeine, ich habe nie eine» Trost genossen.(Klagl. 3, 18.) Bei allem Guten fühle ichTrägheit und Widerstand. Nur das Andeutena» die Armuth erschreckt mich. Ich fürchte michvor Verachtung, Ungemach und Schmerzen;alles macht mir Furcht und Mühe. Das Bit-terste aber ist noch, daß mich tein Diener Got-tes mehr tröstet wie vorhin. (Ioh. 19, 13.11.Klagt 1, 2. 9. 16. 17. 21. Wenn mich nurdie Beraubung Gottes und seiner Gnade be-trübte, so würde es mir noch zum Troste seyn;aber so fällt mir die Beraubung der irdischenDinge so empfindlich. Ich scheine fast nicht zubeten, nichts zu thun im Gebete; ich gehe zumAbendmahle voll Zerstreuung. Es ist mit mirdaran, tief zu fallen, und in ängstliche Verdrüß-lichtesten zu gerathen bei jeder Gelegenheit,wenn mir nicht mächtig geholfen wird.

9. Was ist doch der Mensch, mein Gott!wenn Dn ihn nicht besuchest? wie arm, wiedürstig, wie elend! ich hätte es nicht geglaubt,wenn ich es nicht erfahren hätte in dieser Zeitder Verlassung. O meine Seele, wie groß istdeine Schwachheit! wie unglaublich deine Un°tüchtigkeit! Erkenne es doch, und vergiß es nicht.Was vermag ich ohne Dich, o Gott! MeinVerstand ist»ichts, als ein finsteres Missethäter-loch; mein Herz ein Nest böser Neigungen undausschweifender Gedanken. Es hat keine Nei-