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Das verborgene Leben mit Christo in Gott : aus den Schriften Johann von Bernieres-Louvigni gesammelt ... [v. G. Tst]
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gung zum Guten, sondern nur zum Bösen! Ach!ich sehe wohl, daß ich ganz von Gott abHange,mehr, als der Schatten vom Leibe. Ich seheweder in mir, noch in einer Kreatur einen Be-stand! Nichts kann den unterstützen, den Gottverläßt! Wie eitel ist aller Trost, wenn Gottnicht tröstet! Sollte ich mich noch einer Gnadewerth halten! Darf ich mich wundern, wennmich Gott in die Hölle verstößet: muß ich nichtseine Barmherzigkeit bewundern, daß sie michso lange getragen hat! Soll ich mich wundern,wenn ich etwa falle, und daß die Schwachheitselber schwach sey! Ich furchte mich etwas we-niges zu leiden, was würde es mit mir werden,wenn ich von Innen und Außen zu leiden hätte!O wie ferne bin ich von der Geduld der Hei-ligen! Demüthige dich, meine Seele, bis in dentiefsten Grund deines Nichts!

1t>. Im innern Leiden ist die Seele gefan-gen, und wie mit Eisen und Ketten, daS ist,mit ausschweifenden Gedanken, widerspenstigenGemüthsbewegungen gebunden, daß sie sich nichtregen kann; zu Gott zu nahen, und wie einearme Missethäterin in einer tiefen Grube, inder Finsterniß, und auf der kalten Erde liegenbleibt, sich selbst überlagen, ohne Hilfe. Siesitzt ineinander gekrümmt, in der Fäulniß, unddem Ungemache des Gefängnisses; sie wird vonverschiedenen Versuchungen, wie mit Fäuste» ge-schlagen. Unlust und Widerstrcbungen unter-drücken sie fast. Sie ist ohne Trost von Gottund den Menschen; sie bekommt keinen Thauvom Himmel, und kann keinen Geschmack findenan Süßigkeiten der Erde, und so hängt sie ge-