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Das verborgene Leben mit Christo in Gott : aus den Schriften Johann von Bernieres-Louvigni gesammelt ... [v. G. Tst]
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einem nackten Glauben, in Dunkelheiten unddichten Finsternissen leiden. (Klagl. 3, 2. 6.)Da muss die Seele von Gott allein lebe», undleiden ohne Licht, ohne Salbung, ohne Geschmack,ja vielmehr in grosier Unlust, und in dunkelnFinsternissen. Es wird ihr schwer, darin treuzu sey»; aber alles ist nicht verloren. Manmusi sich Gott anvertrauen, und leiden undlieben; Gott giebt den Sieg, und krönet dieLiebe, die mit Ihm allein zusricden ist.

3. In dem Stande der Dunkelheit kenntsich die Seele fast nicht mehr, so ganz andersist es mit ihr, als vorher im Stande des Ge»nusies, wo die Sinnlichkeit ganz verloren zuseyn schien, wo ihr nichts Mühe machte, wo sienichts in der Ruhe störte, wo sie cingczuk-kert in Freuden einen ties gefühlten Friedenschmeckte. In dem innern Leidcnsstande aberist das alles verloren, und alle Freude genom-men, alles Licht in Finsternissen verborgen.

ä. -Obgleich die Seele sehr ergebe» ist, soweiß sie es doch nicht, weil sie die Gleichförmig-keit ihres allerinnersten Willens mit Gott nichtsieht, sondern nur den Widerspruch und die Wi-dersetzlichkeit der sinnlichen Natur fühlen muss.Dicsi versetzt sie in ein Meer von Traurigkeit;sie zweifelt über ihren Zustand, und glaubt alleGelassenheit fast ganz, oder doch beinaheverloren zn haben. Fragt man sie, ob sie mitGottes Willen gleichförmig sey, so antwortet siegleich mit ja, und dasi sie lieber sterben, alswider Gottes Willen handeln wolle. Aber siewill dicsi, ohne cS zu wissen, dasi sie es wolle.Gott, der sie recht reinigen will, benimmt ihr