blickt; — d) daß wir uns nie beklage» dürfe»,wie viel Böses man uns auch anthut, wie manuns auch lästert, denn man thut und sagt alle-zeit weniger, als wir verdient haben; — o) daßwir nach unserm Falle uns wieder trösten müs-sen mit der Liebe zur Verachtung, und unsererSchwachheit uns bedienen sollen, um Gott zugefallen, wie man nach erlittenem Schiffbrncheauf einem Stücke des Schiffes sein Leben ret-tet. — ck) Daß ich die Güte, Macht und Barm-herzigkeit Gottes gegen mich besser kenne, wiedie Anhänglichkeit des Mondes von der Sonnenie besser erkannt wird, als bei einer Monds-finsternjßz — e) daß, da ich meine Schwach-heit kenne, ich mit meiner -Armuth zufriedenseyn müsse, und nicht ungestüm weiter trachten soll,als mich Gott haben will, und wenn ich weiterkomme, mich darum nicht höher achten soll. —k) Daß ich alles Vertrauen auf mich selbst ver-liere, und mich Gott völlig überlasse.
9. Darum, wenn auch meine Seele so elendwäre, daß sie fallen sollte, so kann sie doch nochreich seyn, wenn sie den Schatz der Sclbstver-achtnng besitzt. Aber die wenigsten Menschenkennen dieses Glück- Sie sind arm, und habendoch den Schatz im Acker, wenn sie ihm nurnachgraben möchten.
Mein Jesu! der Du aus Liebe zu mir vcr-nichtiget worden bist, hilf meiner Seele nachdem Falle wieder auf, und reiche ihr das herz-stärkende Wasser der Liebe zur Selbstverachtung,damit alle unfruchtbare und falsche Traurigkeit,die nur das Herz muthlos machet, vertriebenwerde. Verherrliche deine Kraft in meiner