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nach deinem Sinne, und zu deinem Vortheilegelungen ist; dieß nährt nur den Hochmuth.Schaue lieber auf deine Gebrechen und Mängelam Leibe und an der Seele; suche keine Wege undMittel zuzudecken, was dir Schmach oder Ver-achtung zuziehen konnte. Seinen Fehler sosorgfältig zudecken, oder läugnen, ist Hochmuth.Diese Verstellung gefällt Gott nicht, denn sieist seinem Geiste, den, Geiste der Wahrheit zu-wicdcr. O wie oiel anders scheinen wir zuseyn, als wir wirklich sind, wie viele Sündenhabe ich begangen, die kein Mensch weisi! wieviel Elend, Selbstsucht und Thorheiten sind mirbekannt; und wie viel mehrere und größere wer-den wir noch unbekannt seyn? Wahrhaftig!ich bin ein übertünchtes Todtengrab! ich ver-diene von allen Seiten Schmach und Ver-achtung.
8. Meine letztere Uebercilung geschah vormeine» Freunden; und dieß war mein einzigerTrost, daß der Fehler vor ihnen geschah. Esthut mir leid, daß ich Gott mißfallen habe,und ungetreu geworden bin; aber ich freue michzugleich, daß Er mich gedemüthigct hat, undsie sahen, wer ich bin. Es ist eine große Glück-seligkeit, in den Augen der Menschen gering zuwerden. Es ist eine große Süßigkeit in demMunde derer, die nach einer Gott geschehenenUnchre, Ihn wieder dafür geehrt sehen möchten.O wie nützlich ist es mir, wenn mir mein Elendaufgedeckt wird! Es lehrt mich, u) daß ichnichts bin, als ein Nichts, die Schwachheitund das Verderben selbst. Ich liebe und betedie göttliche Schickung an, die mich darin er-