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O wie, schön, wie lieblich, aber auch wieselten ist eine Seele, die ganz mit dem Sinneund Geiste Jesu bekleidet ist! Darnach strebedu, meine Seele! nach allen Kräften: Dieß seydir theurer und werther, als wenn du König-reiche und Kaisertbümer besitze» könntest. Ja,mein Gott! ich will der Thorheit Christi nach-folgen, dem es gefallen hat, seine Ehre, sein Le-ben und alles am Kreuze zu verlieren, damitEr seine Liebe und Treue, in allen DingenGottes Willen zu erfüllen, offenbarte.
5. Das Inwendige Jesu Cbristi ist ein Ab-grund voll heiliger, und ganz reiner GenntthS-beschaffenhciten. Die Gottheit ist die Urquelle,woraus dieselbe ursprünglich in das InwendigeJesu Christi fließen; sein Herz ist der Schatz,der selbige empfängt und bewahrt, um sie denMensche» mitzutheilen, und sie zu bereichern.Da, da in diesem unerschöpflichen, unendlich rei-chen Schatze können sie finden, womit sie ihreäußerste Armuth erstatte» und ausfüllen mögen.
6. Wen» sich die Seele recht von den Krea-turen reiniget, und in dieß göttliche InwendigedeS Herrn Jesu Christi saust und ehrerbietigeingeht, und gleichsam hineinfließet; so kann siesich nähren und sättigen, so ausgehungert sieauch nach der göttlichen Liebe seyn möchte.Halte dich nicht damit auf, daß du selber lie-ben wollest, wenigstens begnüge dich damit nicht;deine Liebe ist gar zu schlecht: sondern beschäf-tige dich nur damit, daß du ein Mitwohlgefallenhabest an der Liebe, welche der Vater zu seinemSohne, und der Sohn zum Vater hat; dennnur im Herzen Jesu wird des Vaters Verlan-