Druckschrift 
15 (1805)
Entstehung
Seite
203
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Frankreich befand sich, als Fleury dieStaatsverwaltung übernahm, in der bedenk»lichsten Lage. Seine Finanzen waren zer-rüttet, seine Handlung, sein Credit näher-ten sich dem gänzlichen Verfall; der Hofwar wenig geachtet, das Sittenverderbnißallgemein, die Nation verarmt. GenugFrankreich bedürfte damahls gerade einessolchen Ministers, als Fleury war, den(seit 1726 Sept.) auch die Würde einesCardinals zierte. Siebzig Zahre alt, seinePlane mit einer gewissen Acngstlichkeit ent-werfend, und die Hülfsmittel furchtsam auf-suchend, bewies er in der Ausführung einedesto größere Beharrlichkeit, war er, ohneRücksicht auf sich und seine Familie, blosmit dem Gedanken beschäffrigt, sein Varcr-land in einen ruhigen und glücklichen Zu»stand zu versetzen. Daher suchte er demAusbruche eines Krieges durch Unterhand-lungen entgegen zu arbeiten. Er wollteden Staat ausruhen lassen; er wollte Zeitgewinnen, um eine genaue Staatswirthschafteinzuführen, um dem Spiele der Ränkesein Ende zu bestimmen. Auch erreichte erseine edle Absicht. Frankreich kehrte zum

Wohl-