chcn, trat Leopold seine Rechte seinem (1685gebohrncn, zweotcn Sohne) Karl, ab. Dochauch Ludwig XIV war so vorsichtig, die großeErbschaft für einen jünger» Prinzen des Dau-phins zu bestimmen. Jeder hatte am Hofezu Madrid seine Parthey. Der schwacheKarl, dessen Kranklichkeil immer bedenklicherwurde, fühlte am Ende seines traurigen Le-bens noch die ängstliche Verlegenheit, daß ernicht Ivußtc, wem er seine Monarchie hin-terlassen sollte. Hätte er blos auf das, wasihm sein Herz sagte, Rücksicht genommen,so würde er sich ganz für das Haus Oestreichentschieden haben. Aber selbst unter den kö-niglichen Ministern, selbst in der königlichenFamilie, gab es zwey Partheyen. Die Kö-nigin - Mutter und Oropcza stimmten für denbayrischen Kurprinzen, und sie brachten esauch dahin, daß ihn Karl II, in einem be-sonder» Testamente, zu seinem Erben einsetzte.Als aber die Königin - Mutter (1696) gestor-ben war, bcwog Karls zweyte Gemahlin, diencuburgische Prinzessin, ihren Gemahl sehrleicht, jenes Testament wieder zu zerreißen,um einem Erzherzoge die Thronfolge zu gön-nen. Der Minister Porrocarrcro, der nur
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