Druckschrift 
4 (1802)
Entstehung
Seite
313
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Kenntnissen glänzten; die selbst in den Geheimenissen der Politik nicht unbewandert waren;aber unter eben diesen reihenden Geschöpfenherrschte ein das höchste Erstaunen erregendesSittenverderbniß. Die Weiber und Töchterder vornehmen und reichen Römer wetteifertenmit ihren Mannern und Vätern in schamlosenAeusserungen undHandlungen. Der Ehebruchkam jetzt so häufig vor, daß er der Ehebrecherineben so wenig Schande, als den beleidigtenMannern Schimpf brachte. Man pflegte znCäsars Zeiten in Rom zu sagen, daß mandie verhepratheten Frauenzimmer eben sowohldie Weiber aller Männer, so wie den Cäsarund andere Vornehme die Männer aller Frauen,nennen könnte. Cäsar, Pompcjus, Crassus,Antonius, verführten die Weiber anderer,während daß ihre Frauen sich wieder mitandern Männern in Liebeshändcl einließen.Meistens wanderte die Ehebrecherin aus denArmen des Mannes, dem sie ihre ehelicheTreue nicht gehalten hatte, in das Bettdesjenigen, der ihren Verführer oder Liebhaberabgab. Ehegatten trennten sich öfters, ohnedaß sie sich die Mühe gaben, die Ursachenihrer Trennung anzuzeigen. Die Ehen wurden

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