Druckschrift 
Beichtbüchlein in Sachen der gemischten Ehen, oder Anweisung für die Beichtkinder, wie sie ihren Priestern antworten sollen, wenn diese ihnen wegen der evangelischen Erziehung ihrer Kinder die Absolution verweigern
Entstehung
Seite
5
Einzelbild herunterladen
 

brauch äußerlich ihrem Nutzen dient, sucht denselben zubefördern; was bleibt da anders übrig, als das öf-fentliche Wort? Darum muß um der Wahrheit, desRechtes und der Freiheit willen gewünscht werden, daßalle christkatholische Gläubigen in dieser Sache klar undhell sehen, damit die umhcrgctricbcncn und gcängstetenGewissen für ihren Glauben und ihr Handleu diejenigeFestigkeit erhalten, welche das Herz mit freudiger Zuver-sicht erfüllt und Kraft und Stärke im Streit verleiht.Der König will, daß die Eltern nach ihrer eignenfreien Entschließung über die religiöse Erziehungder Kinder beschließen sollen; aber diese Freiheit der El-tern wird beeinträchtigt, wenn römische Geistliche wegender protestantischen Kiudcrcrziehung ihren Beichtkinderndie Absolution versagen, oder das Abendmahl, oder einerWöchnerin die Auöscguung verweigern. Wir wollen dar-um die Beichtkinder unterrichten und -belehren, theilS wiesie selbst sollen den anmaßlichen Geistlichen, welche dieGewissensfreiheit beherrschen und unterdrücken wollen, inder Wahrheit und mit Kraft und Nachdruck entgegentreten und auf ihre maßlosen Forderungen antworten,thcils wollen wir sie darüber belehren, daß die Verwei-gerung der Absolution oder des Abendmahls ihnen nichtsschaden kann am ewigen Leben; sie sollen lernen, sichdarüber hinwegsetzen und bedenken, daß von Gott alleinalles Heil kommen muß, und daß keines Menschen Ei-gensinn oder Tyrannei oder Unverstand sie hindern kannbeim Eingang in's Reich Gottes. So wollen wir alsosuchen, die Beichtkinder dem Einflüsse der Geistlichen zuentziehen und ihrem Gemüthc zu entfremden, damit ihreHerrschsucht an dem festen Willen der Beichtkinder Schiff-bruch leide. Es können hier natürlich nur solche Geist-liche gemeint sein, welche die Gesetze des Staates verach-ten und im Beichtstuhl dieselbe mit der That verspottenund verhöhnen, und die gleicher Weise die Gesetze derKirche nicht halten, indem sie statt der Lehre und Ermah-nung, die geboten ist, Strasmaßregeln anwenden, welcheverboten sind. Wir wollen demnach die Gewissensfreiheit