Druckschrift 
8 (1803)
Entstehung
Seite
406
Einzelbild herunterladen
 

4O6

die Widerspenstigen auf die unbarmherzigsteWeise zu vertilgen, hielt man für einender vornehmsten Grundsätze des Christen-thumcs. Die Albigenser und Waldcnsergaben zur Einführung geistlicher Rügerichte,ode- sogenannter Inquisitionen, die Veran-lassung. Diese arteten allmählich in schreck-liche Criminalgerichtc aus, die viele hundertMenschen, der Verschiedenheit der Mcvnun-gcn wegen, hinrichten ließen. Der fürch-terliche Zorn derselben äusserte sich besondersauch gegen diejenigen, die in den unglück-lichen Verdacht gcrathen waren, unnatürlicheKräfte zu besitzen, und mit dem Fürstender Hölle im Einverständnisse zu stehen. Zuallen Zeiten war die vcrmcpntliche Verbin-dung mit bösen Geistern bestraft worden;aber im i;tcn Jahrhundert, wo, währenddaß andere Vorurrheile zu verschwinden an-fiengen, der Glaube an Zauberei) erst rechtherrschend wurde, stellte man gegen Zaube-rer und Zauberei) allgemeine und förmlicheInquisitionen an. Diese beförderte vornehm-lich der Pabst Jnnoccnz VIII, der (seit1484), durch seine Inquisitoren, welche dieDeutschen Hexensucher und Hcxenrichtcr

nennten.