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Eichborn & Co, im Jahre 1846 zu dem „Breslauer Kassen-Verein“ zu-sammen, der auf Sicht zahlbare solidarische Verpflichtungsscheine überBeträge von 400, 200 und 100 Tlr ausgab, die zunächst von diesenFirmen unter einander, dann aber auch im Platzverkehr — nur die Bankund königlichen Kassen ausgenommen — in Zahlung genommen wurden 1 ).An die Spitze des Vereins wurde in freier Wahl seitens der beteiligtenHäuser einstimmig der Prokurist der Firma, Fudwig Heinke, berufen. Alssich der Verein nach nur zweijähriger Dauer auflöste, übernahm die StadtBreslau, die indessen ein Bankprivilegium mit Noten-Emissionsbefugnis inHöhe von 3,000,000 Talern erlangt hatte, seine Geschäfte und setzte sievon 1849 ab im Fokale des Kassenvereins unter der Firma StädtischeBank und unter Beibehaltung des bisherigen Feiters fort.
Inzwischen hatte sich allenthalben, in Schlesien durch die Weber-unruhen des Jahres 1846 eingeleitet und durch den Notstand des Jahres1847, zu dessen Linderung die Breslauer Kaufmannschaft 5000 Tlr be-willigt hatte 2 ), noch gesteigert, eine gewisse Gährung und zunehmendeUnzufriedenheit mit den bestehenden Zuständen bemerklich gemacht, die inVereinen und öffentlichen Versammlungen dem Verlangen nach einer Ver-besserung der Lage der arbeitenden Klassen, sodann aber auch nach derGestattung größeren Einflusses der Bevölkerung auf Staats- und Gemeinde-Einrichtungen lebhaften Ausdruck gaben. Die Erfolglosigkeit dieserÄußerungen und deren teilweise schroffe Zurückweisung führte einerseitszu Demonstrationen aufrührerischen Charakters, andrerseits zu den be-kannten mit den Märztagen 1848 beginnenden Ereignissen, durch die demGeschäftsverkehr für längere Zeit Fesseln angelegt wurden.
In den ersten Tagen nach dem Aufstande in Berlin herrschte auchin Breslau vollständiger Terrorismus. Bedenkliche Gestalten betraten inTrupps, bewaffnet und Geldgeschenke fordernd, die Läden und Kontore.
P Der Kuriosität halber sei hierzu bemerkt, daß damit eigentlich nur ein Plan zur Aus-führung kam, den Johann Wolfgang bereits 1818 zu verwirklichen gestrebt hat. Als nämlich damalsdie Geldbeutelverfälschungen und Diebstähle überhand nahmen, hat er den von der Kaufmannschaftgenehmigten und der Regierung unterbreiteten Vorschlag gemacht, Deposital-Billets zu schaffen, diebloß für kaufmännische Zahlungen bestimmt sein und allein in Breslau Gültigkeit haben sollten(B-A, 309 und 930).
2 ) Das Geld sollte zur Bezahlung entlassener Arbeiter verwendet und diese zu Verschöne-rungsarbeiten für die Stadt herangezogen werden (B-A, 652).