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Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
Entstehung
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Nach Johann Wolfgangs Tod ging die Firma in den Alleinbesitzseines 1812 geborenen Sohnes Ludwig Theodor über, der seit dem1. Juni 1835 bereits Mitinhaber derselben gewesen war. Durch lang-jährigen Aufenthalt im Auslande und weit ausgedehnte Reisen, die ihnüber Hamburg nach Schweden, Norwegen, England, Frankreich und Italiengeführt hatten, war er für das schwierige und verantwortungsvolle Amt,das seiner wartete, gründlich vorbereitet. Er hat denn auch nicht nur dieFirma in demselben Geiste wie seine Vorfahren fortgeführt, sondern ebensoin seinem übrigen Wirken durch regste Anteilnahme an allen öffentlichbedeutsamen Fragen die Familientradition nach jeder Richtung hin in voll-kommenster Weise gewahrt und zu Ehren gebracht.

Das wichtigste Gebiet, das seine Tätigkeit zunächst in Anspruchnahm, war das Eisenbahnwesen.

Es ist für Breslaus geographische Lage einerseits und die Kenntnisdessen, was seinem Handel in bezug auf Verkehrsbedürfnisse wie heute auchschon damals am dringendsten und in erster Linie not tat, andrerseits äußerstbezeichnend, daß das erste in Schlesien aufgetauchte Eisenbahnprojekt eineVerbindung mit dem Osten erstrebte, und zwar ging der vom Ober-regierungsrat Krause aus Oppeln 1836 entworfene Plan dahin, durch einenüber Karlsmarkt, Königshuld, Malapane usw. bis an die Grenze des Frei-staates Krakau anzulegenden Schienenweg eine Verbindung von Berlin,Dresden und Breslau mit Moskau herzustellen 1 ). Dieses Projekt ist nunfreilich nicht zur Ausführung gekommen, wohl aber konnten bereits 1842die bis Ohlau führende Oberschlesische Eisenbahn (21. Mai), die Nieder-schlesisch-Märkische Bahn bis Liegnitz (18. Oktober) und die Freiburg-Schweidnitzer Bahn (28. Oktober) feierlich eröffnet werden.

An der Erbauung der Oberschlesischen und Freiburger Linien, derenVerwaltungen Ludwig Theodor bis zu ihrem Übergang an den Staat an-gehört hat, war die Firma in hervorragender Weise beteiligt. Währenddiese wie auch die Niederschlesisch-Märkische Bahn für ihre Verwaltungs-geschäfte ihre eigenen Bureaus in Breslau hatten, übertrug die Wilhelms-bahn (Cosel-Oderberg), deren Direktionssitz in Ratibor war, ihre Kassen-

i) Siehe B-A, 280.