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Mitleidenschaft gezogen wurde; und zwar war es gerade wieder derLeinwandhandel, der in erster Linie von ihr betroffen wurde. „Wir er-suchen Sie — schreiben Franz Großmanns Söhne in Tannhausen unterm30. September an Eichborn & Co — uns Ihre Ansicht wegen Verladungder Leinen mitzuteilen, da wir in der That damit in Verlegenheit sind.Nach einer Nachricht der Herren Hochgreve & Vorwerk wollen sichMecklenburg, Dänemark, Hannover noch nicht zur Zulassung der Leinenbequemen und betrachten dieselben als giftfangend. Über Leipzig sindgroße Kosten und 10 Tage Contumaz; über Dresden wird die Fahrt dieElbe hinunter ebenfalls gestört, da man in Hamburg Bericht von 1 Cholera-fall ' in Dessau oder im Dessauischen erhalten hatte. Genug es bleibt unsbald kein Weg mehr übrig, und es scheint die höchste Zeit, daß dieBehörde eine Vermittelung herbeiführe oder beendige, und den Handels-stand wegen den ergangenen auswärtigen Bestimmungen unterrichte!“
Die aus der damaligen Zeit herrührenden Briefe sind durchstochenund mit einem Sanitätsstempel versehen. Ebenso mußten Geld, Effekten etc.am Abgangs- und Ankunftsorte desinfiziert werden. Die Firma sandtedaher bald im voraus Geld an die Leinwandfabrikanten, damit diese inihren Ankäufen nicht gehemmt würden, und wandte sich zugleich, da diein Breslau getroffenen Anstalten den an sie gestellten Anforderungen aufkeine Weise entsprachen, wegen Beseitigung der Übelstände mit dennötigen Anträgen an die Regierung.
Wie wenig bei den Sperr- und anderen Maßregeln nach einembestimmten Plane verfahren wurde, zeigt hierbei folgender Brief der Firmavom 10. September an C. G. Haupt & Söhne in Wüste-Waltersdorf: „Wirwürden Ihnen wegen der Verladung Ihrer Leinen sehr gern geraten haben,wenn wir dies, ohne Sie oder uns in Verlegenheit zu bringen, hätten thunkönnen. In einer Zeit, wie der jetzigen, bringt jede Stunde Veränderungenund Verordnungen, die man nicht erwartet hat, und man kann in einemsolchen Augenblick nichts thun, als seine Freunde auf die gegenwärtigenVerhältnisse aufmerksam machen und ihnen überlassen, darnach einenEntschluß zu fassen. Dieses Verfahren haben wir beobachtet, indem wirSie mit der von unserem Ober-Präsidenten angeordneten 10 tägigenSperre und dem Einfuhrverbot des Hamburger Senats bekannt machten