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Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
Entstehung
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erhält sich im besten Flor und ihre Fabricata werden noch immer starkgesucht. Insonderheit gehet jetzt der Tuchhandel zu Goldberg, Grünbergund Schwiebus — wo die Firma dementsprechend zu den ersten Häusernder Tuchbranche wie Sam. Benj. Ruffer, Jer. Sig. Förster u. a. umfang-reiche und enge Beziehungen unterhielt — so gut, daß die Fabrikantenfast nicht im Stande sind, so viele Tücher zu verfertigen als von denKaufleuten zur Versendung ins Ausland verlangt werden“ 1 ).

Hiermit stand natürlich in unmittelbarem Zusammenhänge, daß dieTuchgeschäfte auch wesentlich größere Gewinne als der Leinenverkauf ab-warfen. Eichborn & Co schreiben selbst hierüber am 10. Juli 1802 anihre ehemaligen langjährigen Freunde aus der Leinwandbranche Matthiessen& Sillem in Hamburg, wie folgt: „Wir danken Ihnen verbindlich für dieuns geäußerten gütigen Gesinnungen. Wir erinnern uns selbst mit Ver-gnügen unserer ehemaligen Geschäftsverbindung, wir sind nur durch ein-getretene Geschäftsverhältnisse und der Reciprocite, die wir andernschuldig sind, davon abgeleitet worden. Dennoch behalten wir Ihr Ehren-haus in unserer vollkommensten Achtung und wünschen nichts mehr,als daß bald Umstände eintreten könnten, unseren sonstigen Briefwechselwieder zu beleben. Unser Geschäftskreis hat sich seit einem Jahrzehntmerklich ausgedehnt, wobei wir unsere übrigen Fonds nützlich und vor-teilhaft anzulegen viel Gelegenheit haben, und da wir zudem ein gewissesKapital im Tuchhandel verwendet, wobei wir uns ungleich weit besserbefinden, als bei dem Leinen Einkauf, so haben wir auf Letzteren schonseit mehreren Jahren ganz Verzicht gethan. Sind Sie geneigt bei günstigerEpoche nächsten Winter eine gemeinschaftliche Entreprise in Tüchernnach Petersburg mit uns zu machen, so würde es uns angenehm sein,und Sie würden dadurch zu dergleichen Entreprisen auch für die Folgeengagirt werden, denn wir kaufen blos bei stiller Epoche, wenn andereZusehen müssen.“

1) A. a. O., p. 407. Schon in seinem „Haupt-Bericht über den Zustand Schlesiens“ vomJahre 1787 hatte Hoym erwähnt, daß Schlesien in „Tuch- und wollenen Waren einen großen Vorzugfür allen benachbarten Landen wegen seiner feinen Wolle behaupte“, und hierzu noch bemerkt: „DieSeele der Tuchmanufakturen ist der Kredit, der ihr durch die Güte der Waren verschafft wird, unddiese wird durch eine scrupuleuse Aufmerksamkeit auf die Appretur, Farbe etc. der Tücher, bei denwollenen Waren aber durch das Lustre erhalten, und hierauf wird mit der erforderlichen Sorgfaltgesehen“ (a. a. O., p. 140).