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Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
Entstehung
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Von besonderem Einflüsse hierauf ist auch die damals beginnendeKonkurrenz der Baumwolle und die rasche und frühzeitige Entwickelungder Maschinenspinnerei in England gewesen, welch letztere in Schlesien erstsehr viel später und zögernder Eingang gefunden hat. Es verdient hervor-gehoben zu werden, daß die Firma gleich ihre allerersten Anfänge hierunter Johann Gustav Wilhelm Alberti in Waldenburg 1 ) in aufmunternderWeise durch ihren Kredit unterstützt und überhaupt den ganzen schlesi-schen Leinenfabrikanten in dieser schweren Zeit getreulich mit Rat undTat zur Seite gestanden hat. Ihre Korrespondenz aus diesen Jahren läßtdies auf jeder Seite erkennen. Am wirksamsten hat sich hierbei die vonihr in großem Maßstabe betriebene Bevorschussung der fertigen Leinwand,die teils bei den Fabrikanten, teils auf auswärtigen Lägern ruhte, bewiesen.Die Firma konnte daher in einem späteren Briefe unter dem 10. Novem-ber 1813 an F. Jordan in Gothenburg mit voller Berechtigung schreiben:„Wir machen zwar selbst bei unseren Wechsel-Kommissionen auch etwasin Leinen, doch nur par goüt, um dann und wann einige unserer Korre-spondenten im Gebirge bei stiller Zeit zu beschäftigen. Der Hauptsitzder Leinen ist in unserem Gebirge und wir können Ihnen darin diewesentlichsten Dienste leisten, da wir daselbst in den engsten Verbindungenstehen und vermöge der Kommissionen, die wir von unseren Hamburgerund anderen Freunden haben, stets fortwährend im Leinenfach interessiertsind. Wir besorgen Ihre Aufträge für eine Provision von 2 Prozent undSie genießen dagegen die wahrhaften Marktpreise. Sonst sind wir auchbereit, Ihnen die Adressen unserer Freunde selbst mitzuteilen, wobei Sieaber nichts lucrieren, indem wir unsere Provision durch Wahrnehmung derVorteile für Sie zu bergen wissen. Sollten Sie geneigt sein, die Leinenroh einzukaufen und sie den Winter hindurch zur Bleiche sammeln zu

(Bd. 119), p. 24. In Wirklichkeit verhielt sich die Sachlage gerade umgekehrt: „Da die Engländerbei den höheren englischen Löhnen die rein leinene Ware nicht so billig wie Schlesien liefern konnten,mischten sie den Flachs geschickt mit billiger Baumwolle, sie ahmten ferner die beliebtesten schle-sischen Sorten nach, in Baumwolle, wenn es des Preises wegen nicht anders ging, und scheuten sichnie, die schlesischen Fabrikzeichen und Stempel auf ihre Fabrikate zu setzen, wenn sie damit besserenAbsatz hoffen konnten. Nicht allein verdrängten sie damit die schlesischen Gewebe, sondern siediscreditirten sie auch, wenn es sich herausstellte, daß die angebliche schlesische Leinwand ganz oderhalb aus Baumwolle bestand.“ (Zimmermann a. a. O., p. 287 f.)

*) Siehe besonders Schneider, a. a. O., p. 3 ff.