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Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
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der Zeit der Calamität, damit die Weber nicht ganz verzweifeln dürfen;sobald die Einkäufe allgemein werden, hören wir auf und sind dabei blosals Banquiers im Spiel.“ Auch die Regierung griff helfend ein und schoßin den neunziger Jahren durch Vermittelung der Firma den Leinwand-industriellen im Gebirge gegen Wechsel 130,000 Taler vor, die bis Ende1802 wieder zurückgezahlt worden sind 1 ).

Der schwerste Schlag stand dem schlesischen Leinenhandel jedochnoch bevor. Er kam mit der Verfügung der Kontinentalsperre 1806,welche die Blokade über alle englischen Häfen und besonders auchHamburg verhängte und damit den schlesischen Handel vollkommen lahm-legte. Die verhängnisvolle Wirkung hiervon war, daß die Engländer freieHand bekamen und die Zeit der Sperre nur mit zu gutem Erfolge dazubenutzen konnten, die sämtlichen Absatzgebiete der schlesischen Leinwandauf dem Weltmärkte an sich zu reißen. Wohl sind nach den Freiheits-kriegen von der schlesischen Leinenindustrie, wie wir noch sehen werden,zur Rückeroberung der verlorenen und zur Gewinnung neuer, besondersüberseeischer Absatzgebiete mehrfache Versuche gemacht worden, aberda sie stets mit Verlust verknüpft waren, ist der Handel immer weiterund weiter gesunken und hat seine frühere Bedeutung seitdem nie wiedererreicht 2 ).

1) Dieser Vorschuß scheint infolge von Neid Anlaß zu Mißhelligkeiten unter den einzelnenStänden gegeben zu haben; wenigstens schreiben Eichborn & Co an das zur Regelung dieser Ange-legenheit erwählte „Komite des Königlichen Vorschusses,“ welches seinen Sitz in Hirschberg hatte,am 24. Dezember 1802 u. a. wie folgt: „Diese Sache wäre nun hiermit gänzlich geendigt; derHimmel gebe uns nie wieder Zeiten, wo wir dergl. Unterstützungen anflehen müssen, die denn dochim Grunde den Landesherrn bereichern, seine Manufakturen, woran ihm doch am meisten gelegensein muß, im Gange erhalten und den Kaufmann, wenn dergl. Coniuncturen obwalten, in Gefahrverwickeln. Man scheint indeß bei dem hiesigen forum die Sache aus einem anderen Gesichtspunktzu betrachten, weil man dem Kaufmann von Seiten der gelehrten Herren keinen Patriotismus zuge-stehen will; nur ärmliche Charlatans, die den König mit dem Vorschüsse hintergehen, werden als sowichtige und nützliche Subjekte gepriesen.“ Die damalige Gespanntheit der Stände gegen einandersollte 1807 und in den folgenden Jahren, wie wir sehen werden, noch in weit schärferem Maße zumAusdruck kommen.

2) „Nur in guten Sorten vermochte Schlesien von nun an vermöge seiner niedrigen Löhnesich auf fremden Märkten noch zu behaupten, die billigen, geringen Massenartikel, durch welche einstdas schlesische Gebirge zu Wohlstand und Ansehen gekommen war, worauf die ganze schlesischeProduktion einzig und allein eingerichtet war, hat England seit Anfang'des Jahrhunderts an sichgerissen. Seit diesem Zeitpunkt erschallen die Klagen über die Schlechtigkeit der schlesischen Leinen,und die Ansicht taucht auf, Schlesien habe durch schlechte Produktion seine Märkte eingebüßt; beidesgleich unberechtigt. (Zimmermann, a. a. O., p. 288 f.) Diese letztere Anschauung ist sehr verbreitetgewesen; siehe z. B. Schrick, Zur Geschichte der schlesischen Leinwand-Weberei, Schl. Prov. Bl. 1844