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umstiirzend und verändernd in das Wirtschafts- und vorzugsweise Handels-leben Schlesiens und Breslaus eingegriffen und demselben in allen seinenÄußerungen den Stempel seines machtvollen Willens aufgedrückt hat:Wie weit zum Vorteil, wie weit zum Nachteil des Landes und der Stadt,— soll unerörtert bleiben. Daß der Handel Breslaus und Schlesiens inden letzten Jahrzehnten stetig zurückgegangen, ist in diesen Blätternschon mehrfach zur Sprache gekommen und wird durch statistischeAufzeichnungen unwiderleglich bewiesen. So hatte z. B. die Einfuhr ausPolen nach Breslau 1763/64 2 255670 Rtlr, 1769/70 bereits nur mehr1632 704 Rtlr betragen und ist 1779 80 nicht nur schon auf 597093 Rtlrgesunken, sondern der Verlust nahm immer noch zu 1 ). Über den ehemalsvorteilhaftesten Zweig des Breslauer Handels aber berichtet die RelationHoyms über den Zustand Schlesiens vom 23. August 1787 lakonischund doch deutlich genug: „Der einträglichste von allen Arten des
Commerces, der Transito- und intermediaire Handel hat sich ganz weg-gezogen“ 2 ). Die von der Breslauer Kaufmannschaft am 1. Dezember 1786herausgegebene Denkschrift zur Hebung des schlesischen Handels warsomit nicht unbegründet, und die Anregung Friedrich Wilhelm II. zueiner Konferenz hierüber in Berlin, wo Mirabeau zu dieser Zeit von denVorzügen eines handelsfreundlichen Wirtschaftssystems mit Geschick undÜberzeugung zu reden wußte 3 ), beweist uns, daß dies auch von der
P B-A, 296. Ebenso stand es mit dem Export nach Österreich, der in den Jahren 1775/76—
1786/87 von 220 178 Tlr auf 177 526 Tlr herunterging. „Ähnlich verhielt es sich mit dem schlesischen
Handel mit Rußland. Nicht mehr sah man in Breslau die Karawanen russischer Krämer lagern, dieWachs, Pelzwerke und dergleichen brachten, um sich dafür schlesische Produkte einzutauschen. Jetzt,nach dem russischen Einfuhrverbot, kamen diese Händler nur noch einzeln, machten ihre Waren zuGelde und gingen ohne Rückkauf von dannen. Früher hatten die schlesischen Kaufleute ihren Rein-gewinn an dem russischen Handel jährlich auf 400 000 Rtlr berechnet, die nunmehr in Wegfall kamen.Die griechische Kapelle in Breslau verfiel, da die griechischen Kaufleute ausblieben“. (Philippson,a. a. O. 1, p. 447 f).
2 ) Ztschrft. d. V. f. G. u. A. Schl. I, p. 130 ff. Der Wert der durch Schlesien gehenden fremdenGüter, der 1775/76 noch 671 772 Tlr betragen hatte, belief sich 1789/90 nur noch auf 155 000 Tlr(Philippson, a. a. O. II, p. 447).
3 ) „Le commerce — setzt er a. a. O. p. 474 f. auseinander — est sans doute un des beaux
developpements de la perfectibilite humaine. 11 anime et facilite tous les genres d’industrie, par le
moyen des echanges dont il se rend l’agent. Mais il ne taut pas vouloir, ni en creer soudainementun, ni animer ou diriger celui qu’on a; il faut qu’il marche d’un pas egal avec ragriculture et
Tindustrie.Il donne de la valeur ä toutes les denrees. Par-lä, il encourage tout le tnonde
ä travailler, ä produire. Chacun faisant quelques profits, consomme plus A la verite, mais epargneaussi pour gagner davantage: car plus Thomme gagne, plus il devient econome, generalement parlant.