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Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
Entstehung
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--K 60 Kl-einer Seite derselben Stein- und Siedsalz verkauft wird, auf der anderenSeite abder die Seiler ihre Waaren feilhaben. Alle Sonnabende verkaufenhier die Geisler-Fleischer in aufgesetzten Schrägen Fleisch, und sowohl anJahrmärkten, als Wochenmärkten stehen nächst den Sälzerbauden dieeinheimischen Töpfer mit ihrem Gefäße aus. Auch werden hier Wagen-flechten verkauft 1 ).

Bei den Jahrmärkten wurden die Güter auf ihm abgeladen undvon hier durch die Güterbestätiger zu den Kaufleuten geschafft 2 ). Aufder Südseite des Platzes befand sich neben dem Oberamtshause seit 1642in den Räumen des ehemaligen berühmten Rhedigerschen Hauses 3 ) dasNiederlags- oderder Kaufmannschafthaus, dessen einer Vorsteher, wiewir gesehen haben, Johann Friedrich war. Dasselbe beherbergte zugleichnicht nur die Kaufmannsbörse sondern auch die Wohnung des schlesischenJustizministers, das Comptoir des Handlungsdienerinstitutes, dessenRechnungen, wie hier beiläufig erwähnt sein soll, mehr als einmal vonden ersten Beamten der Firma geprüft worden sind, und schließlich imHinterhause gegen den Roßmarkt zu das Judenamt. An Leben fehlte esmithin auf dem Platze nicht; er war damals noch ebenso Mittelpunkt desHandelsverkehrs wie der große Ring 4 ). Das neue Geschäftshaus selbstwar sehr geräumig und setzte sich aus einem am Salzringe gelegenenVorderhause und einem bis auf den Roßmarkt hinausgehenden Hinter-hause zusammen. Das erstere war, wie uns die nebenstehende Abbildungerkennen läßt, ein ansehnlicher Bau und zeigte in seinem Äußeren diecharakteristische Giebelform des in Breslau sehr beliebten Spät-Barok.Auch das Innere dürfte wohl den gleichen Charakter wie die sonstigenGeschäftshäuser der Stadt, die meistens zugleich als Wohnhäuser dienten,getragen und somit der Schilderung, die uns der alte Menzel von ihnengibt, entsprochen haben 5 ).

1) Beschreibung der Stadt Breslau im Herzogtum Schlesien 1794. p. 33.

2) B-A, 424.

3) ln diesem Jahre hatte es die Kaufmannschaft von den Rhediger-Schoenbornschen Erbenam 3. Juni gekauft. B-A, 237.

4) Siehe auch u. a. F. G. Ad. Weiß, Aus den Erinnerungen des Salzringes. BreslauerZeitung 1893, 16. März.

5) A. a. O. p. 93.