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Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
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ehemaligen, an einer früheren Stelle bereits erwähnten Rummel’schen Kattun-Druckerei in Breslau, eine sehr erhebliche Kreditunterstützung zu teil werdenund zwar mit gutem Erfolge. Denn „unter der Leitung dieses einsichtsvollenMannes gewann das Werk eine gleichsam neue und verbesserte Gestalt;es wuchs empor; es erweiterte und bevölkerte sich in eben dem Grade,als es den Launen der Mode gefiel, die seidenen Kleider unsrer Damenund ihrer dienstbaren Geister in baumwollene umzuwandeln, und jetztist“, wie es in dem von uns benützten Bericht aus dem Jahre 1800heißt, „die Ordelin’sche Cattun-Druckerei eins der ergiebigsten undlebendigsten Erbteile, die der verewigte Kriegsrat seinem Schwiegersöhne,dem hiesigen Herrn Hofrath Niesing, hinterlassen hat“ 1 ).

Neben ihrer bankgeschäftlichen Tätigkeit hat die Firma in den acht-ziger Jahren immer auch das Speditionsgeschäft noch gepflegt; ja es wardies zum Teil sogar eine direkte Notwendigkeit. Denn die ihr zugeführtenWaren waren fast ausnahmslos von ihr bevorschußt; erfolgte nun derenVerkauf nach auswärts, so mußte die Weitersendung zur Sicherung desBankhauses, damit dieses die Hand auf der Ware behielt, von ihm selbstbesorgt werden. Es war dies allgemein üblich, und so wurden natürlichauch andrerseits wohlrenommierte Bankhäuser von den Warenversendernin Anspruch genommen, um ihre Sendungen in Empfang zu nehmen undsie den Käufern gegen Zahlung des Wertes auszuhändigen und diesen wiederden Absendern zu übermitteln. Auf diese Weise kommt es, daß bis zurErbauung der Eisenbahnen das Speditionsgeschäft .überall hauptsächlich inden Händen der Bankhäuser gelegen hat. Vielfach mag hierbei diesendie zum Verkauf zugeführte Ware nach Qualität und Preis deren Über-nahme für eigene Rechnung vorteilhaft haben erscheinen lassen; dochscheinen Geschäfte der Art, wie hier bald festgestellt werden möge, vonder Firma mehr ausnahmsweise gemacht worden zu sein.

Dagegen hat sie in den achtziger Jahren immer auch noch nachwie vor direkten Warenhandel en gros getrieben. So ist unter anderem vonihr in diesen Jahren der Weinhandel in verstärktem Umfange fortgesetzt undz. B. mit Spanien sogar neu aufgenommen worden. Wir irren wohl nicht,

1) Sinapius, Der schlesische merkantilische Anzeiger, Breslau 1800, p. 75.