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Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
Entstehung
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von dem gleich zu erwähnenden Falle Clement, der Titel oderRang eines Preußischen Hofbankiers unseres Wissens überhaupt nie-mals mehr verliehen worden ist 1 ). Denn in dieser Seltenheit der Er-scheinung kommt der hervorragend vornehme Charakter, der jenekönigliche Vertrauenskundgebung auszeichnet, in schlagendster Weisezum Ausdruck.

Besonders ehrenvoll für die Firma läßt diese aber der Zeitpunktder Vollziehung jener Auszeichnung erscheinen. Denn es ist eine fest-stehende, von Friedrich dem Großen selbst zugegebene Tatsache, daßer anfangs in der Meinung, für seine Finanzpläne geschickte und geeignetePersönlichkeiten unter seinen eigenen Untertanen nicht finden zu können,zur Durchführung seiner verschiedenen Projekte nur Ausländer in seineDienste genommen und erst, als er mit diesen die trübsten Erfahrungengemacht, einheimische Kräfte hierzu herangezogen hat. Zu jenen Aus-ländern gehörte u. a. auch der vorerwähnte Holländer Philipp Clement,der 1765 nach Berlin berufen, am 1. Januar 1767 mit 400000 Tlrnköniglichen Fonds daselbst etabliert und zum Hofbankier ernannt wordenist 2 ). Wenn der König also im vorliegenden Falle zu Gunsten unsererFirma bald eine Ausnahme gemacht hat, so dürfen wir wohl mit Rechtin ihrer Qualifizierung als Hofbankier eine doppelte Anerkennung erblicken,zumal wir zur Bekräftigung unserer Ansicht eine kurze, aber vielsagendeÄußerung Friedrichs des Großen selbst zitieren können, die sich in seinenMemoiren in dem Kapitel über die preußischen Finanzen findet undfolgendermaßen lautet: „On fouilla dans les provinces, oü les bons sujets

etaient aussi rares que dans la capitale“ 3 ).

Die ganze Bedeutung dieser Worte können wir freilich nur ver-stehen, wenn wir erfahren, daß die beiden einzigen anderen Titularhof-

1) Selbst die Firma Splitgerber & Daum in Berlin, die recht eigentlich als der „Bankier

Friedrichs des Großen“ bezeichnet werden muß, da sie in ihren Büchern seine ganze Regierungszeithindurch ein laufendes Konto: „Fredericus Rex“ geführt hat, auf dem die Ausgaben für

Anschaffung von Kriegsmaterial, Sanssouci, die aus Holland bezogene Orangerie etc. verbucht wordensind, hat den Titel „Hofbanquier“ niemals geführt. (Denkschrift zur Feier des hundertjährigenJubiläums des Bestehens des Handlungshauses Gebrüder Schickler, Berlin; die Kentnis dieser letzterenverdanke ich der Güte des Herrn General-Konsul Zwicker in Berlin). — Die ehemalige PommerscheHypothekenbank in Berlin war nur Hofbanquier Jhrer Majestät der Kaiserin.

2) Geschichte der Königlichen Bank etc. p. 43 f.

3) Preuß, Oeuvres de Frederic le Grand, t. VI, p. 75