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Das Soll und Haben von Eichborn & Co in 175 Jahren : ein schles. Beitr. zur vaterlaendischen Wirtschaftsgeschichte
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unter der steten Fürsorge des Wiener Hofes bald das glänzende Bildwieder hergestellt, das wir eingangs kennen gelernt haben; aber freilichnur auf kurze Zeit.

Als Friedrich der Große am 3. Januar 1740 in Breslau einzog,war nicht nur das Ende der stets und voll Stolz wenn ja auch manch-mal nur nominell behaupteten Unabhängigkeit der Stadt sondern auchihrer alten Handelsherrlichkeit, man kann wohl sagen, Handelsherrschaftgekommen. In diesem einen Augenblicke, wo Breslau einerseits zu seinemHeile durch die Einfügung in den wohlorganisierten und festgefügtenpreußischen Staat seinem bisherigen Geschick, ein Spielball mächtigererNachbarn zu sein, entrissen wurde, ist andererseits mit einem Schlagesein ganzer großer Handel bis auf geringe Bruchstücke in Trümmergegangen J ).

Friedrich der Große selbst ist der erste gewesen, der dies mit demihm eigenen, besonders aber auf diesem Gebiet nicht genug zu bewun-dernden Scharfblick erkannt und, noch ehe die Folgen der verändertenpolitischen Stellung Schlesiens und Breslaus in die Erscheinung tretenkonnten, sie bereits zu verhindern gesucht hat. Aber alle seine Maßregeln,wie vornehmlich der Versuch, eine Messe in Breslau einzuführen, mußtensich erfolglos erweisen, denn was nur eine natürliche Konsequenz derEinbeziehung Schlesiens in das Wirtschaftsgebiet des preußischen Staateswar, ließ sich eben durch keine Gesetzgebung und keine Handels- undWirtschaftsmaßregeln mehr aus der Welt schaffen. Übersehen werden

1) Am schwersten betroffen wurde der Handel mit den österreichischen Ländern. Denn wennsich auch Friedrich der Große in Befürchtung dessen im Berliner Frieden den Status quo der Handels-beziehungen hatte garantieren lassen und gleich nach Abschluß des Friedens Schritte zur Schließungeines Commercien-Tractats mit dem Wiener Hofe getroffen hat, so ist doch von beiden Seiten wederdas eine gehalten noch der andere abgeschlossen worden und der österreichische Handel damit aufimmer für Schlesien verloren gegangen (Vgl. Cauer a. a. O. und B-A, 296). Zu Ende des Jahrhundertsfand nur noch in den aus Hamburg, Holland, Frankreich, Spanien, Portugal und England importiertenFärb-, Material- und Spezerei-Waren mit den benachbarten österreichischen Provinzen ein regererHandelsverkehr statt. Siehe Zimmermann, Beschreibung der Stadt Breslau im Herzogthum Schlesien1794, p. 334. Welch gewaltigen wirtschaftlichen Zuwachs Schlesien aber auch so noch für Preußenbedeutete, mag folgendes Zahlenverhältnis zeigen: Im Jahre 1752 betrug nach Ranke und I. G. Hoffmanndie Gesamtausfuhr der älteren Provinzen 12,6, die von Schlesien allein 9,9 Mill. Rthlr. und die Einfuhrentsprechend 9,4 und 7,5 Mill. Rthlr. Noch 1788 schrieb Mirabeau in seinem Werke: De la monarchieprussienne sous Frederic le Grand:Cette province forme ä eile seule un vast etat. II y regne unepopulation, une culture et une industrie vraiment immenses! (oct. tome III, 73.)