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Abnahme der Kräfte verbunden, welche nach einer schlaflosen Nachtsich heute Morgen bedeutend gesteigert hat. Berlin, den 3. Juni1846. vr. von Wiedel, vr. Schönlein. I)r. Grimm.«
Am folgenden Morgen erschien ein neues, noch mehr beun-ruhigendes Bulletin: »Seine Majestät haben zwar in der ver-wichcnen Nacht einige Stunden geschlafen, trotz dem haben sichdie Kräfte nicht gehoben, vielmehr hat die Entkräftung aus einesehr beunruhigende Weise zugenommen. Berlin, den 4. Juni1846. vr. von Wiedel, vr. Schönlein. I)r. Grimm.«
Alle Prinzen des Königl. Hauses hatten sich, seit der Zustanddes Monarchen eine gefährlichere Wendung genommen, um seinKrankenlager versammelt. Unter den Ministern und Staatsbe-amten herrschten große Bewegung. In Schaaren versammeltesich das Volk, um Kunde zu erhalten von dem Befinden des theu-ren, Landesvaters. Am 3. Juni, Nachmittags 4 Uhr, war dieKaiserin von Rußland mit der Großfürstin Olga in Berlin einge-troffen. Die Kaiserin begab sich sogleich zu ihrem Vater. Andem genannten Tage waren auch der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, der Großherzog, die Großherzogin und der Erbgroßher-zog von Mecklenburg-Strelitz angekommen. Friedrich Wilhelm'sI!l. Entkräftung hatte am 4. Juni aus eine sehr beunruhigendeWeise zugenommen. Auf heftige Schmerzen folgten wiederholteOhnmächten, oft sehr lange andauernd. In seinem qualvollenZustande soll der König Gott einige Male innig angefleht haben,ihn bald zu erlösen von seinen Leiden. Den 5. Juni verlor erden Gebrauch seiner Sprache, docsskehrte sie in der darauffolgen-den Nacht wieder zurück. Plötzlich erwachend, sagte der König zudem Dr. Grimm, den er an seinem Bette sitzen sah: »Sind Sienoch immer da? das können Sie ja gar nicht aushalten.«
Au den Kindern, Enkeln und Verwandten, die des KönigsKrankenlager umgaben, hatten sich am 7. Juni, es war der erstePsingstfeiertag, früh gegen 9 Uhr noch der Kaiser von Nußlandgesellt. Der König soll ihn nicht gekannt haben. Um 11 UhrMorgens genoß Friedrich Wilhelm die letzte irdische Speise, ge-schnitten von einer Pontak-Apfelsine, von der noch im Augenblicke,als er seine Augen geschlossen, der Rest auf einem silbernen Tellerauf dem Tische neben dem Bette lag. Man erzählt sich, daß derKaiser von Rußland die übrig gebliebene Hälfte der Frucht, so wieden Teller und das einfache Messer, dessen Griff von Perlmutterwar, sich zum Andenken ausgebeten habe. — Bei dem zweiten Be-suche in der Mittagsstunde blieb Nicolaus I. lange am Bette des