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herzlicher Empfang war dem Könige überall angenehm; aber un-nöthiger Auswand zuwider.
Seinen Geburtstag feierte er im Stillen im Kreise seinerFamilie. An einem dieser vom ganzen Lande so festlich gefeiertenTage erließ er ein gnadiges Schreiben an einen alten, würdigenJugendlehrer im bergischen Lande, dem er das allgemeine Ehren-zeichen zusandte.
Wie sehr die Kenntnis des Zustandes seines Volks ihm amHerzen lag, bewies der König auch dadurch, daß er den Kronprin-zen und die übrigen Prinzen öfter in die Provinzen reisen ließ,welche sich von den Zustanden derselben unterrichten ließen und sel-ber zusahen. Wie wird sich der König, mein Vater, freuen, hörteman dann den Kronprinzen sagen, wenn ich ihm erzählen werde,welche Anhänglichkeit und Liebe für ihn ich gefunden habe.
So verfloß das Leben des so hochherzigen Königs bis zumJahre 1840, wenn auch nicht immer ganz ungetrübt, aber dochim Ganzen heiter, da an seiner Weisheit und Festigkeit alle äußernStürme vergebens rüttelten. Auch seine Gesundheit war im Gan-zen fest und ungestört, denn die Anlage seines Körpers zu rheu-matischen Uebcln ward durch den jährlich erneuerten Gebrauch derBäder in Teplitz gänzlich beseitigt. Da verbreitete sich zu Endedes Mai das Gerücht im Volke, der König sei krank und zwar be-denklich krank. Jetzt konnte man an der allgemeinen Theilnahmerecht deutlich sehen, wie sehr der König geliebt sei. Schon seit län-gerer Zeit hatten aufmerksame Beobachter den König sehr verändertgefunden. Der Verlust eines vieljahrigcn treuen Staatsdieners,des Ministers von Altenstein, am 14. Mai 1840, hatte ihn tieferschüttert. Allgemein hörte man von des Königs zunehmenderSchwäche und seinem Appetitmangel. Jedoch glaubte man, beider völlig ungetrübten geistigen Kraft, bei der Abwesenheit altereigentlich beunruhigenden Krankheitssymptome, eine Genesung umso sicherer zu erwarten, da selbst Professor Schönlein fortwährendder königlichen Familie bis wenige Tage vor dem Tode des Mo-narchen die schönsten Hoffnungen gegeben hatte. Allein ofsiciellwurde lange nichts bekannt, bis endlich am 3. Juni 1840 folgen-des Bülletin erschien!
»Seine Majestät der König leiden seit einigen Wochen ande» Folge» eines wiederholten Grippe-Anfalls, die sich besondersals eine fieberlose Assection der Schleimhäute und damit in Ver-bindung stehende bedeutende Verminderung der Eßlust kund gaben.In den letzten Tagen hat sich mit diesem Zustande eine stärkere