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damals auch die asiatische Cholera aus Polen nach Preußen ein-dringen und trotz aller Sperren sich fast durch alle Provinzen desReichs verbreiten. Sie verursachte am 28. und 29. Juli 1831in Königsberg einen schrecklichen Aufruhr. Aber die Gefahr gingvorüber und das Jahr 1832 hatte nur noch mit den Nachwehenderselben zu kämpfen. Der König erließ strenge Befehle in Bezugauf die Posener, die an der polnischen Sache Theil genommen,doch sind dieselben in der Ausführung nach und nach gemildert.Für die nach Preußen übergetretenen polnischen Truppen wurdeauf höchst anständige Weife gesorgt. Nach hergestellter Ruhesorgte man dafür, die Soldaten, welche von der russischen Amnestienicht ausgeschlossen waren, zur Rückkehr nach Polen zu bewegen.Der störrige und unruhige polnische Nationalcharakter veranlaßt«dabei mancherlei Mißverständnisse, in deren Folge Auflehnungenentstanden, denen zum Theil, wie am 27. Januar 1832 bei Fi-schau, mit militairischer Gewalt begegnet werden mußte. Diemilde Fürsorge des Königs zeigte sich dagegen auch wieder in demUmstände, daß er einer Anzahl Polen, die nicht in ihr Vaterlandzurückkehren wollten, am 15. November 1833 die Mittel zurUeberfahrt nach Amerika gewährte.
In den Maßregeln wider die polnischen Schwärmereien kamPreußen den Beschlüssen des Bundestages zuvor. Es trat mitgroßem Ernst und Nachdruck auf, daher es auch nicht ohne vieleUntersuchungen und strenge Urlheile abging. Daß es aber nichtbloß politische Ideen zu verdrängen, sondern auch für das Landheilsamere an deren Stelle zu setzen wisse, zeigte es, indem es dergroßen Zollvereinigung im Jahre 1833 die Hand bot. Am 25.April 1835 wurde das Kammergericht für die ganze preußischeMonarchie zum ausschließenden Gerichtshofe in Hochverrathssa-chen bestellt. Am 3. August 1835 entstand ein Volkstumult inBerlin, weil man gegen das bei der Feier des Geburtstags desKönigs sonst gebräuchliche Schießen polizeiliche Maßregeln ergrif-fen hatte. Leider war die Dämpfung des Auflaufs nur durch dasMilitair zu erreichen. Im September d. I. wobnte der Königmit einem preußischen Truppencorps dem großen russischen Lager-feste bei Kalisch bei. In der daraus eintretenden Ruhezeit erregtenur die gegen eins Pietistengesellschaft in Berlin eingeleitete Un-tersuchung einiges Aufsehen.
Ein Streit, welcher darauf gegen das Ende des Jahres 1837zwischen der katholischen Kirche und der weltlichen Regierung desStaates ausbrach und, da der Papst seine Gläubigen auf das