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König Friedrich Wilhelm III : sein Leben und Wirken ; eine Schrift für das preußische Volk
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So floß nun des Königs Leben im Allgemeinen heiter undungetrübt dahin, während es sein unablässiges Bestreben war, dasWohl seiner Unterthanen zu erhöhen. Daher war besonders großseine Fürsorge für Kirchen und Schulen. In der Politik juchte erfortwährend Frieden zu vermitteln und die gesetzliche Ordnung sicherzu stellen. Die Früchte dieses königlichen Strebens zeigten sich be-sonders in den Stürmen von 1830. Preußen war rings vonihnen umwogt, und da der König nicht gemeint sein konnte, densel-ben nachzugeben, so mußte er die Kräfte seines Volks in erhöhtemMaße anspannen. Er hatte die materielle Zeitnoth, wie sie in dennördlichen Landern vorzugsweise hervortritt, auch im Umfange sei-nes Gebietes. Er hatte eine große Hauptstadt mit zuchtlosen Pro-letariern; er halte zur Bewachung des Volkes nur ein Heer, dasdem Volke näher steht als irgend ein anderes, da es am frühestenin seine Reihen zurücktritt. Der Revolutionsschwindel, welcherdamals das halbe Europa ergriffen zu haben schien, brach in Preu-ßen aus, ward aber nur eine Earricatur, eine Farce. In Aachenstürmte am 30. August 1830 die von Belgien aus erhitzte Wuthdes Pöbels nicht gegen den Staat, sondern gegen ein Fabrikge-bäude des Jndrustiekönigs Cockerill, und die Aachener Bürger selbstbekämpften und bändigten die Frevler. In Breslau zogen am27. September d. I. die Handwerksgesellen gegen die Juden zuFelde, aber schnell machte das Militair den Excessen ein Ende.Einige Tage früher, am 10. September, hatten in Berlin dieSchneider revolrirt und veranlaßten an mehren Abenden ein revo-lutionäres Schauspiel, das aber ohne politischen Charakter war.Bei der entschiedenen Abneigung des besser unterrichteten preußi-schen Bürgerstandes gegen die Excesse der Proletarier reichte es zurErhaltung der Ruhe hin, daß der König unterm 1. October dieBildung bürgerlicher Sicherheitsvereine in den Städten, wo keineGarnison vorhanden, anordnete.

Die Aussichten im Osten und Westen waren kriegerisch. Indes Preußenkönigs Händen lag die große Entscheidung. Hätte erden Handschuh für Holland oder Rußland aufgenommen, so würdeein blutiger europäischer Krieg, eine furchtbare Katastrophe sich ent-wickelt haben. Doch mit Recht wird Friedrich Wilhelm als dergroße Friedensstifter Europa's gepriesen. Aber preußische Beob-achtungscorps standen am Rhein, so wie an Polens Grenzen.Hier war Gneiscnau Führer, der aber schon am 24. August >831.starb, nachdem Vork am 4. October 1830 ihm vorangegangenwar. Doch um die allgemeinen Drangsale noch zu mehren, mußte