bekenntniß, welches Friedrich Wilhelm am 4. Juli 1787, als amTage seiner Eonsirmation, ablegte und welches seitdem nicht nurbesonders gedruckt erschienen, sondern auch abgedruckt ist in Röhr'skritischer Predigerbibliothek, Jahrgang 1829.
Die Jünglingsjahre Friedrich Wilhelms sielen in eine Zeit,wo der preußische Staat, den er einst beherrschen sollte, auf demhöchsten Gipfel des Ruhmes stand. Friedrich der Große hattedurch seine Siege über die vielen und sehr machtigen Feinde, welchePreußen den Untergang drohten, den Namen Preußen zu einemhohen Ehrennamen gemacht, und den Staat selbst zu einem gro-ßen Wohlstande erhoben. Das hatte in der Seele eines Jüng-lings, der zum künftigen Herrscher eines so berühmten, machtigenStaates bestimmt war, leicht Eitelkeit und Hochmuth erweckenkönnen, aber man fand das Gegentheil bei Friedrich Wilhelm.Ernst und gesetzt, aber anspruchlos und voll herablassender Mildelebte er still und ohne alles Geprange. Maßig in den Genüssenirdischer Vergnügungen, thätig in den ihm aufgetragenen Pflich-ten, war und blieb sein Leben fern von Ueppigkeiten und Ergö-tzungen, welche den Lebensernst stören. Darum konnten sich ihmSchmeichler und solche Hofleute, welche oft die Leidenschaften derjungen Fürsten zu ihrem Vortheil gebrauchen und eben dadurchFürst und Volk in's Verderben stürzen, nicht nahe komme» undnicht den geringsten Einfluß aus ihn ausüben. Selbst als Fried-rich der Große im Jahre 1786 gestorben, Friedrich WilhelmsVater nun König, und er dem Throne eine Stufe naher gerückt,blieb er derselbe als Kronprinz, wie er sich früher immer gezeigthatte. Mit einer edeln Herablassung nahete er sich auf den Rei-sen, die er mit seinem Vater in die Provinzen machte, auch dengemeinsten Unterthanen, und zog die Herzen Aller machtig an sichheran.
Im August 1791 begleitete Friedrich Wilhelm als Kronprinzseinen Vater auf einer Reise nach Sachse» und machte hier dieBekanntschaft des nachmaligen Kaisers Franz. Jene Reise warvon nicht unwichtigen Folgen. Als sich nämlich Kaiser Leopold II.und König Friedrich Wilhelm II. von Preußen als Gäste des Kur-fürsten von Sachsen in Pillnitz sprachen, da wurde auch von ihnender Zustand des damals gahrenden Frankreichs in Berathung ge-zogen und beschlossen, sowohl die Rechte des französischen Thrones,wie auch die des Volkes, nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Preu-ßen mischte sich nun thatig in die französischen Angelegenheiten«in, was in Paris, besonders aber bei den Mitgliedern der zweiten