Kaiser: Franz I,, des Gemahls der Maria Theresia, Joseph Ii.,Leopold II., Franz II.
In sein Mannesalter fällt die französische Revolution unddie Herrschaft Napoleons. Krachend stürzte der Thron der Bour-bonen in Trümmer, ihm folgt das uralte deutsche Kaiserreich.Franz II. legte im Jahre 1806 die deutsche Kaiserkrone nieder,nur die Herrschaft in Oesterreich behaltend; Preußen war derVernichtung nahe und im übrigen Deutschland unterwarfen sichdie kleinen Fürsten demütig dem großen Franzosenkaiser, dereigenmächtig in ihre Geschicke eingriff und schon als Konsulim Jahre 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluß dieAngelegenheiten einer großen Reihe deutscher Kleinstaaten neuregelte. Am 27. Oktober 1806 zog Napoleon in Berlin ein;die preußische Monarchie, ganz Deutschland lag gedemütigtzu Boden; aber herrlich wie kaum je zuvor erhob sich derFlug des deutscheu Geistes. Goethe und Schiller standenauf der Höhe ihres Schafsens; überall machten sich die neuenaus Frankreich gekommenen Ideen geltend und befruchtetendas öffentliche Leben in reichem Maße.
Im engeren Vaterland Wilhelm Bassermanns, der Pfalz,regierte von 1742—1799 der Kurfürst Karl Theodor, deinbesonders der Wohlstand seines Landes am Herzen lagund der denselben durch die verschiedensten Maßnahmen zuheben suchte. Seine Uebersiedelung nach München am 30. De-zember 1777 bedeutete zweifellos einen großen Verlust fürdie Pfalz, wenn auch weniger für Heidelberg als für dieResidenzstadt Mannheim. Nach ihm regierte Kurfürst Maxi-milian Joseph, in der rechtsrheinischen Pfalz bis 1803. Indiesem Jahr ging durch den Reichsdeputationshauptschluß diePfalz an Baden über und kam damit unter die Herrschaftdes durch Napoleon zum Kurfürsten ernannten MarkgrafenKarl Friedrich (1803—1811), der 1806 dem Rheinbund alsGroßherzog von Baden beitrat, hiermit den einzigen Schritttuend, der Baden vor einer vollkommenen Unterwerfung durchNapoleon retten konnte. In der neuerworbenen Pfalz machte