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kurzen Frist auch, etwa in sechszig Jahren. — Soküsse ich dich noch nicht, sagte er und verschwand.
Z15.
An Denselben.
Aarau, den 13. Sept. 1321.
Ich möchte Ihnen, theurer Freund, gern Dasbei'm Verlust Ihres herrlichen Sohnes sagen, wasich mir selbst etwa sagen würde, wenn mir die Al-les ordnende Hand der ewigen Weisheit einen mei-ner hoffnungsvollsten Söhne entzöge. Allein Ihnenist dies nicht fremd. Sie selbst haben es mir einstin einem Ihrer trefflichen Briefe über den Tod mei-nes geliebten Guido gesagt. Auch ist es unmöglich,das schmerzhafte Gefühl eines zerrissenen Herzensund zerrissener schöner Hoffnungen mit Vernunstgrün-den zu beruhigen. Das Gefühl ist nur Gefühl undkennt keinen Vernunftgrund. Die Wunde will ge-blutet haben und am milden Hauche der Zeit vernarben.
Aber gerade in solchem Schmerze meiner irdi-schen Natur um das Irdische empfand ich das Hö-here des in mir wohnenden Göttlichen. Ich sah le-bendiger das Nichtige dessen, was in der Zeit ist,und fühlte mich fester an das Ewige gezogen, zudem ich vermöge meiner höhern Natur gehöre. Ue-berzeugt, daß das höchste Wesen, welches mir denSinn zum Guten und Gerechten, den Sinn zur Liebegab, unendlich besser, gerechter und liebender seyn müsse,als ich schwaches Geschöpf des Staubes bin, hefte ichvertrauungsvoll meinen Blick auf das unendliche Welt-all, auf das unendliche Seyn und auf die unend-liche Gerechtigkeit und Liebe des Allesordnenden.Das erhob mich selbst über den Schmerz. Ich sahmit Stolz aus meine blutende Wunde nieder. Icherkannte in dem Verschwinden meines Sohnes aus den