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Geist für die Ewigkeit; mich auf kurze Frist, Gottfür immer. Darum ist euer Geist und euer Gottdas Vornehmste; werdet in jenem das Ebenbild vondiesem. — Ihr habt nur eine einzige Pflicht aufErden — ihr sollt lieben. Wer liebt und überallaus Liebe handelt, thut nichts Uebelcs. Darum lebetnicht für euch, sondern für Andere; dann lebet ihrin Gott, weil ihr alle seine Geschöpfe liebet, wie er."
145.
Das beste Erhaltungsmittel der Tugend, daßsie nie altert, sondern ewig jung bleibt, ist Reli-gion, dieser innigste Verein mit Gott und Ewig-keit; ist Religiosität, dies allen Menschen wohl-wollende, reine, friedliche Wandeln in Gott.
146.
Es giebt Tugenden, die aus bloßer Lebens-klugheit entstehen. Die altern mit der Zeit undändern sich, weil auch bei'm Wechsel der Umständeund Neigungen die Klugheit ihre Mittel än-dert, und weil die Klugheit mit den Iahren undLeidenschaften nicht immer wächst. Aber religiöseTugenden können nicht ändern, sondern bleiben ewigdieselben, weil unser Gott immer derselbe und weildie Ewigkeit immer dieselbe ist, der wir und unsereGeliebten entgegen gehen.
147.
Einen einfachen, rechtschaffenen Mann zu ver-achten bei aller seiner Tugend, fällt Keinem sehrschwer; aber einen Schwärmer oder Narren für hei-lig zu halten, kostet am Ende wenig Mühe. Manmacht kinderleicht den Weisesten lächerlich; hingegen