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Lichtstrahlen beleuchtend Religion, Christenthum und Welt, aus Heinrich Zschokke's Werken
Entstehung
Seite
76
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wieviel Licht, wieviel Wahrheit ihnen tauge, oderdie Bedingungen stellen, unter welchen sich die Kraftdes Gemüths am edelsten äußere? Je reinere, freiereLuft, je gesunder das Athmen; je mehr Freiheit inder Kirche, je wahrer und eigenthümlicher und un-verkrüppelter der Glaube. Darum hat Christus keineKirche, keine Glaubensparthei, keine Secte gestifet,sondern ein allumfassendes Gottesreich; darin warfür Juden und Heiden Platz und für allerlei Secten.

14I.

Keine Form ist dem Geiste gemäßer, als dieer aus sich selbst hervor erst um sich her schafft.Sind nun aber die Geister verschieden, so gönnetihnen, sich in ihren eigenthümlichen Formen zu be-wegen. So that Christus. Aber so thaten nie dieSectenstifter, keinen ausgenommen. Es war ihnennicht daran allein gelegen, daß sie den Glauben hat-ten, sondern auch die Farbe und das Schild derParthei. Nicht der Glaube Christi, aber die Far-ben der Partheien brachten den Wahnsinn sogenann-ter Religionskriege in die Welt.

143.

Christ will ich seyn von außen und innen, undanders nichts. Wie er war, der mir mehr ist, alsalle Welt, so will ich werden. — Hätte Christusein bindenderes äußeres Schein- und Formenwerk nö-thig erachtet, wer kann zweifeln, daß er es nichterfunden haben würde, so gut als Rom und Luther,William Penn und Zinzendorf? —

144.

(Ein edler Bater spricht zu seinen Söhnen:)

„Den Leib habt ihr für wenige Jahre, den