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aber mit einem gefäßhaltenden Mädchen zur Seite ist mir nichtbekannt geworden, wohl aber eine Gruppe der Göttin mit einemgefäßhaltenden Jüngling zur Seite: so auf einem Relief ausKleinasien, abgebildet in Roschers Lexikon unter Kybele S. 1650und einem Relief aus Athen, ebenda S. 1663. Als Benennungdieses Jünglings sind die Namen Attis und Kadmilos vor-geschlagen. Es ist nur das eine unzweifelhaft, daß die Gefäße,die das Mädchen und die der Jüngling in der Hand halten, Gefäßefür den Wein des Dionysos bedeuten: Dionysos war aus einemKarchesion spendend in der Prozession des Philadelphos dar-gestellt (Athen. V p. 198 C). Vielleicht ist der Jüngling als einSatyr, das Mädchen als eine Bakche anzusprechen. Die uralteund enge Verbindung des Dienstes der Kybele mit dem Dienstdes Dionysos wird jedem klar, der die Parodos der Bakchen desEuripides mit Aufmerksamkeit gelesen hat. Das Mädchen trägtdie Haare aufgelöst, wie nach der Legende ihre Herrin oloM&voaxai zv/j,nav(Covaa... Xelvfjievrj tag XQt'yag durch das Land geirrtwar (Diod. III 59, 1). Wir können ihm die Worte der Bakchendes Euripides V. 72, 78ff. in den Mund legen: 'Glücklich, werdie Weihen der Großen Mutter, der Kybele ausrichtet, wer denThyrsos schwingt und mit Epheu bekränzt dem Dionysosdienet.’
Deutung der Rückseite.
Die Vorderseite des Bildwerkes stellt die Göttin selber dar,die Rückseite führt uns in das Innere ihres Heiligtums und er-zählt von ihrem nächtlichen Dienst beim Scheine der Kien-fackeln und unter dem Dröhnen der Handpauken. Eine In-schrift aus Lugudunum berichtet uns allein, daß diese OrgienMesonyctia genannt wurden und demnach um Mitternacht sichabzuspielen pflegten (C. 1. L. XIII 1751). So ist uns die Dar-stellung rechter Hand leicht verständlich, sie zeigt uns die vor-nehmsten Attribute der Großen Göttin. Die Schlange, die geradeüber dem Menschenkopf erscheint, ließe sich gleichfalls mit derGottheit der Vorderseite in Verbindung bringen (0. Gruppe, Gr.Mythologie, München 1906, S. 1541, 3). Indessen wird es näherliegen, hier die Tempelschlange zu erkennen. Die Lehre des