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Mutter aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. darstellt, erweist diealtertümliche Tracht und das altertümliche Gefäß in der Handdes Mädchens zur Seite. Berühmte Götterbilder lehnen es abin der Tracht dem Geschmack der Zeit zu folgen, wie die Ab-bilder der Parthenos des Phidias und die Artemis von Pompeiund von Ephesos erweisen. Auch die Frage, inwieweit eine ein-heimische Gottheit verwandter Art von der phrygischen Götter-mutter verdrängt worden ist, werden wir besser bei Seite lassen(C. Jullian, histoire de la Gaule I, Paris 1908, p. 142). DerStifter der Coblenzer Statuette war nach Ausweis der Inschriftein Kelte von vornehmem Stand und hoher Bildung; er ver-ehrte die griechische Göttin wie die vornehmen Römer der Zeitvor Appius Claudius den Apollon und den Herakles verehrthaben. Der Kult dieser Göttin war aus Kleinasien nach Gallieneingeführt worden, woher die Phokäer, die Massalia gegründethaben, alle Errungenschaften der griechisch-kleinasiatischenKultur mitgebracht hatten. Sie haben schon im 6. Jahrhundertdie Kybele in Massalia verehrt, wie die altertümlichen Sitzbildererweisen, die sowohl in Massalia wie in dem kleinasiatischenKyme gefunden worden sind (Espdrandieu recueil I, p. 48—52;S. Reinach, Bull. d. corresp. hellen. XIII 1889, p. 555, tab. VIII).So wäre es gewiß denkbar, daß die Statuette von Coblenz einemTempelbild der Kybele aus Massalia nachgebildet wäre. Aberbei dem starken Stammesgefühl der Kelten ist die Annahmeebenso naheliegend, daß die Große Göttin nach der Auffassungder Vornehmen und Gebildeten nicht für eine griechische, sondernfür eine nationale Göttin gehalten wurde, deshalb, weil ihreHeimatstadt, die Stadt Pessinus in Phrygien, im Lande derStammes- und blutsverwandten Galater, der Tolistobogier, ge-legen war: sowohl die Stadt, die berühmteste Kultstätte derKybele, wie der Dienst der Göttin waren seit Anfang des 2. Jahr-hunderts v. Chr. in den Händen dieser keltischen Stammes-genossen (F. Stähelin, Geschichte der kleinasiat. Galater, Leipz.1907 S. 76 ff.). Eine Inschrift aus Lampsakos aus jener Zeitlehrt uns, daß griechische Gesandte dieser Stadt den Rat derSechshundert von Massalia um ein Empfehlungsschreiben anjene Tolistobogier angingen (Dittenberger, Syll. ed. III 591), diedemnach zu dem Keltenland an der Rhone in nahen und freund-