Von denen Herrschafften in Thüringen. 971
Geburts-oder zum wenigsten vor denjenigen Ort auszugeben, woselbstcgi oluz ivl. im Mutterleibs empfangen worden wäre. Diese Erklärungaber ist allhier gantz ungegründet und unrichtig: Denn heißt all-
hier nicht die Geburt, oder Empfängnis im Mutterleibe, sondern bedeutetso viel, als ein Landes-Bezirck, welcher nach ausgereuthetenDornen Dau-men und Büschen zu einen Fruchtbringenden Acker gemacht, mir einemZaun und Graben oder andern Zeichen umgeben, eingefangen und von de-nen Anstössern abgesondert worden. Dann wann ein dergleichen wilderLandes-Bezirckvon jemanden ausgereuthet und in Besitz genommen wur-de, so hieß dieses im Lateinischen comxrebelMere, wie auch , derausgereuthete Raum oder Bezirck,
tto, ^/>r?^,aufTeutschein Bistum, welches letztere in Bayern und denenansiossenden Ländern noch jetzo bräuchlich. st-,) Nach derZeit haben dieseHerrschafft inne gehabt das Closter Fulda, wie wir dieses aus der vorher sl-lexii-ten Oonation caroliivl. gehöret haben, (b) Von dem Closter der Ab-tey Fulda ist sie an die SchenckeuvonDarila gelanget, die sie eine geraumeZeit und zwar bis aufdas Jahr 1270. besessen, (c) Zu dieser Zeit lebte derLandgraf ^iderruz OeZen^, oder Unartige, welcher aus Teuflischen Antriebseine Gemahlin durch einen darzu bestellen Eseltreiber wolte lassen um dasLeben bringen. Indem nun ihr Hofmeister Albrecht Schenck von Dar-gila hiervon Nachricht erhielt, und der unglücklichen Fürstin des Nachtsheimlich darvon halff, so warffder Landgraf Albertus eine grosse Ungnadauf diesen Albrecht Schenck von Vargula, und nahm ihm diese Herrschaffthinweg. Von dem Landgrafen ist sie an den Teutschen Orden gekommen,der sie bis Anno >z8?. besessen, in diesem Jahr aber der Stadt Erffurt vorZvsO. Schock Meißnischer Groschen verkaufft. (cl) Heutiges Tages ist sieein Chur-Mayntzisch, nach Erffurt gehöriges Amt. Von der Familie ansich selbst folget weiter unten ^
(2) Siehe des Herrn von Gckhart /.p. 44s.
(d) c. 2.
(c) Diese Familie führete den Mimen von ihrem Amt, denn sie verwaltete das Erb-Schencken Anit bey denen Landgrafen in Thüringen. Das gantze Geschlecht hat vondessen Ursprung bis zum Abgang
gelehrt beschrieben.
(6) Wer den deßfalls errichteten Kauff-Brief zu sehen verlangt, der findet solchen in desHerrn 0/^/ j.Theil, x. 378°