Noch immer war Aarhuus, welches dereinst 70 Husaren gestürmthatten, in den Händen der Dänen, nun aber hielt die Heeresleitung denMoment für gekommen, diese Stadt in Besitz zu nehmen. Um möglichstBlutvergießen zu vermeiden, wurden 5—6000 Mann preußischer Truppenzusammengezogen, um durch einen Vorstoß auf die Rückzugslinie desFeindes denselben ans seiner Stellung zu vertreiben. Das Unternehmengelang vollständig, und wichen die Dänen beim Anmarsch der diesseitigenTruppen umgehend nach Norden aus. Unser Regiment, welches bei derExpedition lange Zeit dänischer Kavallerie gegenüber gestanden hatte,war nur dazu gekommen, dieser seine Flankcnre entgegen zu schicken undhatte es bei dieser Gelegenheit einige Säbelhiebe abgesetzt.
Am 8. Juli traf die Meldung ein, daß die Dänen große Truppen-massen nach dem Festlande eingeschifft hätten; die Kantonnements wurdenin Folge dieser Nachricht schleunigst verlassen und brachen die Truppennach dem Süden auf.
Aber schon auf dem Marsche kam die Nachricht, daß am 6. Juli20000 Dänen die 7000 Mann starke Schleswig-Holsteinische Armee inder Nahe von Friedericia angegriffen und vollständig geschlagen hatten.Der Verlust betrug ans jeder Seite ungefähr 70 Offiziere und 2000Mann; die Schleswig-Holsteinische Armee aber befand sich auf demRückmarsch gegen Veile.
Nachdem unser Regiment mit den übrigen Truppen aufgebrochenwar, um den bedrängten Schleswig-Holstcinern zur Hülfe zu eilen, erhieltes am zweiten Marschtage den Befehl, wieder nach Aarhuus zurückzu-kehren und den Vorpostendienst gegen die Nordarmee von neuem auf-zunehmen. Die Quartiere, welche es bezog, waren derart dürftig, daßdas Regimentstagebuch sagt: »Der Oberst liegt in Klot Mühle, wo ihntrotz Stiefel und Sporen nach und nach die Ratten fressen werden.«Die Anstrengungen, welche das Regiment in dieser Zeit zu ertragenhatte, waren derart groß, daß die Nachricht von einem am 19. Juliabgeschlossenen Waffenstillstand allerorts die ungeteilteste Freude hervor-rief. Am 24. erfolgte der Abmarsch der Eskadrons aus den innegehabtenQuartieren und am folgenden Tage vereinigte sich das Regiment nachlanger Zeit zum ersten Male in Skanderborg. Am 27., morgens l I Uhr,hatte das Regiment Rendez-vous bei Veile, unerwartet traf hier derOber-General von Prittwitz bei demselben ein, und ließ die Eskadronszu Dreien an sich Vorbeimarschiren. Der General hielt nachher, so sagtdas Tagebuch, eine Ansprache an das Regiment, und war dieses der