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kleine Mädchen streuten den Vorständen beider Kirchen den Pfadmit Blumen, Die Konsistorialen nahmen ihre Sitze brüderlichvereint nächst der Kanzel. Nach einem Festgesang, — die Festliederwurden als besonders gedruckt an den Eingängen den einzelnenKirchgängern übergeben, — predigte Baehrens über den vor-geschriebenen Festtext Nöm. 13, 12 ff.: „Die großen VerdiensteLuthers und seiner Gehilfen um die Kirche." Der Predigt folgteunter Trompeten- und Paukenbegleitung ein Lob- und Danklied. Dernun folgenden Abendmahlsfeier ging keine besondere Vorbereitungs-rcde, sondern ein Vorbereitungsgebet vorher, und gelobten sämmtlicheAnwesende als evangelische Christen zu leben und zu sterben. DieZahl der Kommunikanten war aus beiden Gemeinden groß. Stattder in der lutherischen Kirche bisher gebrauchten Hostien bedienteman sich des ungesäuerten Brotes in runder Form, das gebrochenward, und bei der Ausspendung der Worte: Unser Herr JesusChristus spricht: Nehmet hin und ze. Diese Feier ergriff allerHerz und machte das Bewußtsein: Wir sind alle ein Leib! beijedwedem recht lebendig. Nachmittags versammelten sich beideGemeinden ebenso zahlreich in derselben Kirche und Hengstenbergpredigte, nach vorhergegangenem Dankliede über denselben TextNöm. 13, 12: „Das neue durch die Reformatoren aufgegangeneLicht," und ermunterte zum würdigen Gebrauche desselben. Abendswar die Kirche festlich erleuchtet und Pauken und Trompeten ließe»gegen 9 Uhr den Choral: „Nun danket alle Gott" w. vom Thurmeherab ertönen.
Anderen Tages, den 1. November, versammelte sich die Schul-jugend der lutherischen Gemeinde mit ihren Lehrern an Baehrens'Wohnung, von wo man in Gemeinschaft des Konsistoriums undzahlreicher Gcmeindeglieder zum ehemaligen Hause des GeorgTuber, des Vaters der lutherischen Gesänge in dieser Stadt, unterGesang zog. Angekommen an diesem festlich geschmückten Hause inder II. Weberstraße, sprach Baehrens einige Worte zum Andenkendieses für die Gemeinde unvergeßlichen Mannes und hielt daraufein Dank- und Bittgebet. Von dieser historisch-merkwürdigen Stättebewegte sich der Festzug unter Gesang über die Limbecker- undBrandstraße zur reformirten Kirche. Hier sprach Hengstenbergein Weihegebct für das Schulfest, und der Zug, dem sich diereformirte Gemeinde noch anschloß, ging unter fortwährendemGesang durch die Burg zur Marktkirche. Auch jetzt konnte die sonstgeräumige Kirche die Festgenossen kaum fassen. Pastor Baehrens