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Die Geschichte der Evangelischen Gemeinde Essen und ihrer Anstalten
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immer gesichert ward. Ebenso wurde das Predigergehalt aus demSchutzgelde der Stadt iu Frage gestellt. Der städtische Magistratweigerte sich nämlich, da er in Folge der politischen Veränderungenselber eine ganz andere Stellung erhalten hatte, diese Gelder nochferner zu zahlen, bis sie endlich nach wieder erfolgter PreußischerBesitznahme auf die Ncgierungskassc in Düsseldorf augewiesenwurden. Auch für die Schule wurde besser gesorgt, indem TheodorAscherfeld im Jahre 1811 in Folge einer gemachten Erbschaftzum Bau einer neuen Schule dem Konsistorium 400 Thlr. übergab.Zwar suchte mau iu Folge dieses hochherzigen Geschenkes in derGemeinde und auswärts für den beabsichtigten Schulbau zu kollektireu,doch die Kollekte brachte bei so bedrängter Zeit zu wenig ein.Daher begnügte man sich unter Zustimmung des edlen Wohlthäters,das alte baufällige Haus gründlich zu reparireu. Kaum hätte jetzt,wo die rcformirte Gemeinde ihr äußeres Bestehen als gesichertansehen konnte, Jemand geahnt, daß die Zeit so nahe sei, wo sieihre mühsam errungene Selbstständigkeit freiwillig wieder darangeben werde. Ihre Vereinigung mit der lutherischen Gemeinde zueiner evangelischen Gemeinde wurde allen unerwartet durch dieFeier des dreihundertjährigcu Ncformations-Jnbiläums aufs schönsteangebahnt und eingeleitet. Doch ehe wir zu dessen Darstellungübergehen, bedarf es noch einiger wenigen Worte über Verfassungund kirchliche Ordnung unserer reformirten Gemeinde.

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Verfassung und kirchliche Ordnung der reformirten Gemeinde.

Die rcformirte Gemeinde stand zwischen den beiden Schwester-gemeinden, wie eine kleine Republik zwischen zwei monarchischenStaaten. Weder Magistrat noch Fürstin durften sich in ihre innereAngelegenheiten einmischen. Sie übte ihr Selbstgouverncmeut zwarnicht auf breitester Grundlage, aber doch ziemlich freisinnig. IhrKonsistorium bestand aus einem Kirchmeister, drei Aeltesten und zweiDiakonen. Es erneuerte sich alljährlich am ersten Mittwoch desneuen Jahres um die Hälfte seiner Mitglieder, welche nicht dieGemeinde, sondern das Kollegium selber durch geheime Abstimmungwählte. Die Erwählten wurden durch den Lehrer von ihrer Wahlin Kenntniß gesetzt und dann der Gemeinde von der Kanzel bekanntgemacht. Die schwierigste Stellung hatte der Kirchmeister. Ihmlag die Sorge um Einziehung der Renten und Zinsen, um Auf-