1552, nachdem er noch zuvor das heilige Abendmahl unter beiderleiGestalt mit großer Andacht empfangen hatte.
Daß die Stadt Essen von allen diesen reformatorischen Be-strebungen unberührt geblieben sein solle, läßt sich nicht annehmen.Unzweifelhaft haben diese Bewegungen auch hier mehr oder wenigerAnklang gefunden, um so mehr, da selbst der Prediger des Kur-fürsten Johann Friedrich, Namens Mycouius (i 1546), ans seinenwiederholten Reisen nach dem Rhein, in Köln, Düsseldorf undEsten das Evangelium mit großem Beifall verkündigt haben soll.Allein den Magistrat, welcher, wie die Geschichte hiesiger Reformationnäher zeigen wird, äußerst besonnen und vorsichtig zu handeln pflegte,mochten hauptsächlich die Greuelszencn, welche die schwärmerischenWiedertäufer in Münster zum Entsetzen und Schrecken jeder ordent-lichen Obrigkeit verübten, von jedem weiteren Vorgehen in diesemwichtigen Werke abhalten. Denn als deren Schreckcnsregimentdurch die am 25. Juni 1535 endlich vollbrachte Erstürmung derStadt Münster vernichtet war und die flüchtigen Schwärmer sichnach allen Seiten hin zerstreuten, verbreitete sich vor ihnen mitRecht eine allgemeine Furcht. - Und gerade die Umgegend vonEste», wohin sich einzelne zu retten versuchten, scheint besondereUrsache gehabt zu haben, sich gegen sie zu schützen. Ihre Nieder-lage hatte den Untergang der bürgerlichen Freiheit und desevangelischen Bekenntnisses in vielen westfälischen Städten zurFolge. Der Gang der Reformation in allen westfälischen Besitzungender Bischöfe von Köln und Paderborn ward dadurch auf längereZeit aufgehalten. Sämmtliche Fürsten und Städte erließen gegendie Wiedertäufer die strengsten Edikte und wo sich irgend einreformatorisches Bestreben zeigte, da beeilte man sich unter demVorgeben, daß wiedertäuserische Schwärmerei sich einzuschleichendrohe, jede Regung evangelischen Bekenntnisses sofort gewaltsamzu unterdrücken. Auch Essen erhielt ein Jnquisitionsgericht, welches,wie eine alte Urkunde sagt, unter dem Vorgeben der Wiedertäufer«über einzelne Bürger strenge Untersuchung hielt, namentlich sollein gewisser Adolph Buugarts „scharf examinirt und in Haftgehalten" worden sein, was viele abgeschreckt und die Blöden zaghaftgemacht habe.
Doch die Zeiten änderten sich. In Folge des Zuges Moritz'von Sachsen gegen den Kaiser Carl V. kam im Jahre 1552 derPassauer Vertrag zu Stande, welcher allen Protestanten im ganzendeutschen Reiche Sicherheit für ihre Religionsübung vorläufig