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Geschichte der Freien Reichsherrschaft Schauen, eines der allerkleinsten Gebiete im alten deutschen Reich ; nebst fast ausschließlich archivalischen Quellen
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58 Der Streit der Grafen Stolberg mit der Stadt Osterwieck :c>

Energisch gingen zuerst die Grafen vor. Kaum warGcrstcnberg gestorben, als sie auch schon sofort ihren Schösservon Wernigerode sandten, der die 3 Hufen in Besitz nahm undsie pflügen, besäen und eggen ließ. Sofort aber erfolgte auchder laute Protest der Stadt Osterwieck, die sich darauf berief,seitens des Grafen Ernst v. Honstein ermächtigt zu sein, dasumstrittene Land als das ihrige anzuschn. Eines Tagesließen sie 3 Stück gräfliche Pferde des Hofes Schauen,die sie auf dem streitigen Acker antrafen „gantz vrefent-licherweise ausspannen und trieben sie samt demJungen sder die Pferde führtes mit sich in die Stadt."

In Folge dessen ersuchte der Graf Siolberg unterm 30.September 1591 den Bischof zu Halberstadt, gegen die Osterwicckcreinzuschreiten, widrigenfalls er Repressalien üben werde.

Fast zu gleicher Zeit beklagte sich nun aber auch umgekehrtin einem Schreiben vom 1. October 1591 der honsteinsche Ad-ministrator beim Domcapitel, daß nachdem die Grafen Schauenwieder zurückbekommen, sie sich auch die Accker anmaßten, welchedie Ostcrwiccker von Walkenried locationswcise erhalten hätten.Das Stift Walkenricd habe sich bei der jüngst geschehenenRestitution s1S90s des Hofes Schauen das Locationsrecht allerPcrtinenzstücke vorbehalten, weshalb die halbcrstädtschcn RächeRcmedur eintreten lassen möchten.

Der Bischof von Halberstadt sprach sich hierauf für dieRechte Osterwiecks aus und überließ es den Stolbcrger Grafen,ihr Recht auf dem Wege des Prozesses zu suchen.

Jndeß die Grafen kehrten sich hieran in keiner Weise undsuchten so gut sie vermochten, ihr Recht auf dem Wege derSelbsthülfe durchzusetzen. Ja es scheint sogar, als habe derBischof von Halbcrstadt Heinrich Julius eine Zeit lang seine ur-sprüngliche Ansicht geändert, indem er gestattete, daß ein gewisserReinhard Blaß das Land zur Bewirthschaftung erhielt.

Der Rath von Osterwieck war hierüber tief empört. Ineinem Schreiben an den Grafen von Honstein, den AdministratorWalkenricds, machte er voll Groll darüber, daß sie auch bei demAdministrator keinen rechten Schutz fänden, unterm 9. Mai 1592