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Geschichte der Freien Reichsherrschaft Schauen, eines der allerkleinsten Gebiete im alten deutschen Reich ; nebst fast ausschließlich archivalischen Quellen
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Schauen unter dem Kloster Walkenried. 19

1273 Hermann,

1274 Bruder Hermann,

1321 Bruder Heinrich von Dale.

Der 1274 genannte Bruder Hermann scheint ein be-sonders thätiger Mann gewesen zu sein. Er gewann eine ganzeHufe Länderei neu der Kultur ab. Sie lag in monts, d. h. amBerges in der Nähe des Mönchhofs. Wahrscheinlich war esder sogenannte Uetzschencamp (Froschfeld) nebst dem nördlichen Ab-hang des Wartbergs, um den es sich hier handelte. Er wurdegewiß durch den Bruder Hermann trocken gelegt. Er kaufte 1273auch für das Kloster eine Hufe von den Erben Heinrichs supsraguam (Heinrich am Bache) in der Flur Schauen.^) Allein An-schein nach ist er auch derselbe Mann gewesen, der 12956) in seinerEigenschaft als Verwalter des Mönchhofs einen Vertrag mit denDorfeingesessenen zu Berßel wegen der Weideberechtigung bezüglichder Klostergüter in Bruchschauen abschloß, der die Zustimmung desProbstes zu Halberstadt fand.

Wie schon oben angedeutet wurde, hatten es sich die Cisterzienser-mönche zur Aufgabe gemacht, Pioniere der landwirthschaftlichenKultur zu sein. Diese Aufgabe haben sie besonders in den erstenJahrhunderten nach dem Entstehen des Ordens aufs Glänzendstegelöst. Auch nach Schauen hatte es sie wahrscheinlich deshalb be-sonders gezogen, weil hier das viele unkultivirte Land noch einestüchtigen Bearbeiters harrte. Der alte Name Arnu^ia d. h. einOrt, wo Getreide gedroschen wird, der für das Hauptgut in Schauengebraucht wird, deutet an, daß es ursprünglich nicht mehr war alsein Vorwerk, welches für sich allein nicht bewirthschaftet wurde undzwar darum, weil es in der frühsten Zeit bei der geringen Kulturder dazu gehörigen Ländereien nicht viel abwarf. Erst dieWalkenrieder Mönche haben es dann im Laufe der Zeitzu dem gemacht, was es heute geworden ist.

Leider fehlt uns jede Nachricht über die baulichen Ver-hältnisse aus der frühsten Zeit. Doch haben wir allen Grund

') Walkenr. Urkb. Nr. 429. Ebenda Nachträge Nr. 47. EbendaNachträge Nr. 83.