legt er auch seinem Vetter Georg, dem er dieselbe anvertraut, ansHerz, daß er das Büchlein bei herannahendem Tode wieder einemanderen Familienglied übergebe. Der Inhalt der Niederschrift istdenn auch ein getreues Spiegelbild dieser Absicht des Verfassers.Er beginnt mit der reichen Schenkung eines Jringus von Ehenheimgenannt der Bauer an das Domstift zu Würzburg im Jahre 1137.Daran reiht sich eine Aufzählung der verschiedenen Linien, in diesich das Geschlecht im Laufe der Jahrhunderte theilte, und ihrerAnsitze. Weiter werden zahlreiche andere Geschlechtsgenossen mitihren Beinamen und Begräbnißorten aufgezählt. Nach dieser mehrallgemeinen Einleitung beginnt sodann die Schilderung des eigenenLebensgangcs Michels, aber ohne feste chronologische Ordnung, auchim Uebrigen durchaus kunstlos, wie es eben durch den Charakter derZeit und speziell den Bildungsgrad des Schreibers, den wir kaumeinfach genug werden annehmen können, bedingt war. Doch beruhtgerade in dieser schlichten und ungekünstelten Erzählungsweise unseresBüchleins und anderer gleichzeitiger und gleichartiger Aufzeichnungender hauptsächlichste Reiz derselben. Eine noch schätzbarere Eigenschaftder Ehenhcimischen Hauschronik ist der Ilmstand, daß ihr Verfassergrößtentheils nur Selbsterlebtes berichtet; lediglich die einleitenden all-gemeinen Bemerkungen stützen sich auf Mittheilungen aus zweiter Hand.
Das Original der Handschrift ist höchst wahrscheinlich verlorengegangen. Der nachfolgenden Ausgabe liegt zu Grunde eine ziemlichgleichzeitige Abschrift in einer Papierhandschrift des kgl. bairischenKreisarchivs zu Nürnberg. Vermuthlich wurde die von Michel vonEhenheim herrührende originale Aufzeichnung späterhin zum Nutzender weitverzweigten Familie vervielfältigt und als eine solche Abschriftstellt sich nunmehr das — so viel uns bekannt ist — einzig erhalteneExemplar des Nürnberger Archivs dar. Leider hat der Abschreiberes versäumt, die vielen llndcutlichkeiteu des Textes zu verbessern.
Die Chronik ist zum Theil bereits veröffentlicht in C. F. Jung'sNiscwllnnsa, N. III. S. 396—373. Dieser Abdruck ist jedoch ein soschlechter und entbehrt zugleich aller Hilfsmittel der Erläuterung,daß es uns nicht überflüssig erschien, eine vollständige und commentirteAusgabe zu veranstalten.