Interesse an Genealogie und die daher sich entfaltendegenealogische Arbeit teilt das Schicksal aller wissenschaftlichen Thätigkeit.Zur Zeit mit großem Eifer und vertieftem Interesse so aufgenommenwie betrieben, sind dann die Lehren der Genealogie wiederholt durchlängere Zeiträume wenig beachtet und geachtet, und auch als Hilfs-und Grundarbeit der Geschichte neuerer Zeiten kaum Gegenstand einereingehenden Beschäftigung der Geschichtsfreunde gewesen.
Die Naturwissenschaften, zumal in unserem Jahrhundert, ge-winnen durch jede kleine Entdeckung, durch jede Erfindung, die siefördern, auch selbst wieder, zu neuer Vertiefung und neuem Auf-schwung. Politisch rege Zeiten mit ihren wogenden Bewegungenauf und ab sind über deren Inhalt und Umfang hinaus mächtigeFörderer des geschichtlichen Interesses und geschichtlicher Arbeit innicht minder weiten Kreisen. Nach den Thaten ihrer großen Männer,zumal wenn deren Geschlecht schon durch Jahrhunderte klingt, nehmenwir dann auch oder aufs neue und genauer Anteil an ihrer Stammes-geschichte, deren Darstellung und tiefere Erkenntnis von genealogischenVerhältnissen abhängig ist und getragen wird und das Interesse andiesen und Forschungen in ihrem Bereich anregt und weiter führt.
Wer bei seinen geschichtlichen Studien oder auch schon bei Vor-nahme seines politischen Leibblattes zu behaglicher und bleibenderKlarheit über bedeutende Persönlichkeiten durchzudringen bemüht ist,wird nicht genealogische Kenntnisse, etwa als Ballast seines geschichtlichenWissensschatzes, beiseite lassen dürfen; wer berufen ist, anderen einenTeil seines geschichtlichen Wissens im mündlichen oder schriftlichenVerkehr zu einem Eigentum zu machen, welchem er Bestand wünscht,wird sich nicht entbrechen dürfen, häufig MuealoZioe zu verfahren.Es ersteht dann neben dem Gewinn an Festigkeit im Besitz und dem