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2 (1890)
Entstehung
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Pferd in den Stall zu bekommen. Dieser Preis wird auch von derRemonte - Commission gezahlt. Zuvörderst müßtest Du mir Deine An-forderungen und Wünsche mittheilen, ob es ein Parade- oder ein Gebrauchs-Pferd sein soll. Ich hoffe im Angerapper Gestüt das Gewünschte zu be-kommen. Gerne bin ich bereit, das Pferd den Winter hier zu behalten.Deinen mir zurückgeschickten Fuchs muß Rudolf noch behalten, da sich nochkein vortheilhafter Käufer gefunden hat.

Der Tod unseres guten Königs ist uns recht nahe gegangen. Erwar doch ein seltener geistreicher edler Herrscher, dessen Herz für das Wohlseines Volkes erfüllt war. Seine Ideale haben sich nicht verwirklicht undseine edlen Absichten sind von der Mehrzahl verkannt worden. Ein solchestragisches Ende hat der Edle wahrhaft nicht verdient. Ich war hoch-erfreut über die kräftige und erhabene Ansprache, die unser jetziger Königan die Stadtverordneten von Berlin gehalten hat. Den Freigesinnten istangedeutet worden, worauf sie zu rechnen haben.

Seit dem 1. Oktober wohnen wir hier und bis zum November hatteich noch immer die Beynuhnensche Wirthschaft zu verwalten. Der Abgangvon dem Orte, wo ich eine lange Reihe von Jahren gewirkt habe, wurdemir recht schwer; doch schied ich mit dem Bewußtsein, die Verwaltung nachmeinem besten Wissen und Können gewissenhaft und treu geführt zu haben.Dieses schöne Gefühl ist mir mehr Werth als alle Schätze der Welt. AuchHerr v. Farenheid hat mein Streben und Wirken seit der Zeit seinesGroßvaters bis zu dem gegenwärtigen Augenblicke im vollsten Maßerühmend anerkannt. Wir scheiden von einander auf die freundschaftlichsteWeise und wiederholentlich bat mich v. F., sein Freund zu bleiben, undgab mir durch mancherlei Beweise seine volle Zufriedenheit und Dank-barkeit zu erkennen. Von unserm übrigen Ergehen wird Dir Jeannettechenmittheilen.

Wie steht es, mein lieber Bruder, mit dem Kriege? Wenn einsolcher entstehen sollte, wofür uns Gott behüten wolle, bist Du auch mitPferden versorgt? Wir haben hier am 4. und 6. Februar zwei großePferde-Auktionen. Gerne bin ich bereit, wenn Du ein Pferd brauchensolltest, der Auktion beizuwohnen.

Nun, mein lieber Bruder, möge der liebe Gott mit Dir auch imneuen Jahre sein und Dich vor jeder Trübsal bewahren. Gott erhalteDich gesund und ich bleibe mit freundlichem Gruß

Dein

treuer Bruder

Wilhelm.

Kunegehlen, den 20. Januar 1801.