Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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Als Vorstand des Gerichtshofes, als ein Mann mit vielseitigemWissen, und was noch mehr gilt als ein Mann von tadelloserReinheit und Lauterkeit der Gesinnung ist er aus dem Amte ge-schieden,

Was seine Familienverhältnisse anlangt, so trat er frühzeitig inden Ehestand und heirathete im Mai 1791 Friederike Albertine Pauly,geboren am 24, November 1772, Die Erwählte, eine von der Naturmit besonderen körperlichen Reizen bedachte Persönlichkeit, war dieTochter eines Subaltern-Beamten. Obgleich die Geistes- und Herzens-Anlagen der ehelich Verbundenen sich sehr unterschieden, so war ihreEhe, die 43 Jahre gewährt hat, dennoch eine glückliche.

Albrecht war ein Mann edlen und sanftmüthigen Charakters,schlicht, einfach und voller Herzensgüte; dagegen seine Gattin eineheftige, aufgeregte und auf den erheiratheten Adel stolze Frau, die sichnur in Gesellschaften gemüthlich zeigte, sonst aber schwer zugänglichwar und mit dem Ruhme prunkte, die Frau eines adligen, hochgestelltenRichters zu sein.

Bei einer solchen charakteristischen Eigenthümlichkeit war es auchnatürlich, daß Albrecht sich seiner Frau in allen Dingen unterordnete.Sie war die Herrscherin im Hause, und ihr Wille war der alleinmaßgebende

In seiner Ehe hatte Albrecht 12 Kinder, 7 Knaben und 5 Mädchen,von denen ein Knabe und ein Mädchen in jugendlichem Alter starben.Für die Erziehung derselben war er nach jeder Richtung hin besorgt.Obgleich er den Wunsch hegte, seine Söhne der akademischen Lauf-bahn zuzuführen, so scheiterte sein Vorhaben an dem Unfleiße, den jeneauf der Schule bekundeten. Nur ein einziger Sohn, der sich späterdem Offizierstande widmete, erreichte die Prima, die anderen dagegenschlössen ihre wissenschaftliche Bildung in den unteren Klassen des Gym-nasiums ab.

Die Mutter leitete mit Sorgfalt die Erziehung ihrer Töchter,während sie für die wissenschaftliche Ausbildung ihrer Söhne keinbesonderes Interesse zeigte. Überhaupt ging ihre Ansicht und Be-fangenheit bezüglich der Knabenerziehung soweit, daß sie sich demthörichten Wahne hingab, nicht die wissenschaftliche Bildung, sondern