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reichenden Medikamente angab. Unumstößlich bleibt die Thatsache be-stehen, daß die Leidende, die jahrelang gelähmt, ihre früheste Jugend-zeit im Bette verbracht hat, ans diese fast übernatürlich erscheinendeWeise in einem Zeitraum von IL Jahren vollständig hergestellt mordenist! — Ein Jahr nach ihrer Herstellung fühlte ich mich zu dem jungenWesen wahrhaft seelisch hingezogen, es erwachte eine innige Liebe inmir, die zu einer ehelichen Verbindung mit Friederike Schulz führte."
Kehren wir nun zu dem weiteren Lebensgang Otto's zurück.Wie bereits oben erwähnt, ehelichte er als Kreisrichter die jugendlicheFriederike im Jahre 1856. Aber leider nur kurze Zeit, kaum zweiJahre hindurch, durfte er sich des ehelichen Glückes mit ihr erfreuen.Friedrike starb am 20. März 1858 an den Folgen des Kindbett-fiebers, nachdem sie am 13. desselben Monats einem Knaben dasLeben geschenkt hatte.-) Die Verblichene war eine zarte, liebliche Er-scheinung, mit den herrlichsten weiblichen Tugenden begabt. Ihr Todwar ein harter Schicksalsschlag für den, mit zwei Kindern im zartestenAlter, zurückbleibenden Gatten. Von nah und fern erhielt er Beweiseder innigsten Theilnahme. Ein ihm nahestehender Freund sandte ihmam Begräbnißtage der Verklärten nachstehende Trostworte von Schillern„Willst Du nach den Nachtigallen fragen, die mit seelenvoller MelodieDich entzückten in des Lenzes Tagen? Nur so lang sie liebten, warensie." Wenn Otto auch im Laufe der Jahre den herben Schmerz umdie Hingeschiedene überwunden hat, so war es doch unverkennbar,daß mit dem Verlust seines Ideals seine sonst so kräftige Gesundheitden ersten starken Stoß erlitt. Ueberwältigend war auch der ElternSchmerz über den Heimgang ihrer einzigen Tochter. Der trauerndeVater folgte ihr bereits ein Jahr später in das Grab. Die Mutter,welche ihres Schmerzenskindes noch in pietätvoller Liebe gedenkt, lebtgegenwärtig zur Freude ihrer Söhne'-") und Enkel als 82jährige Frauin voller Rüstigkeit und geistiger Frische zu Stallupönen.
0 Gegenwärtig Lieutenant im.3. Grenadier-Regiment König FriedrichWilhelm I.
"*) Ferdinand, Kgl. Landgerichtsraty; Adolf, Doktor der Philosophie undGeneralsekretair der deutschen Jnnungsverbände; Alexander, Kaiserl. Pvstsekretair.II. 17