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vollsten Schmerzen und verlangte dringend, daß ich gerufen werdenmöchte. Nachdem ihr die Mutter die Unmöglichkeit dieses sonderbarenVerlangens vorgestellt hatte, weinte und jammerte das arme Mädchenunaufhörlich. Inzwischen hatte man nach dem Hausarzt gesandt, derauch bald erschien und Medizin verordnete. Gleichzeitig wurde demArzte mitgetheilt, daß ich Tags zuvor dagewesen sei und mich bemühthabe, der Kranken begreiflich zu machen, daß ich außer Stande sei,ihr Hilfe zu bringen, sowie daß dieselbe bei meiner wohlwollendenund teilnahmsvollen Erklärung ruhiger geworden und schließlich ein-geschlafen sei. Die Patientin weigerte sich inzwischen, die von demArzte verordnete Medizin einzunehmen, und flehte unter Thränen umHerbeiholung des neuen Arztes (meiner Person), der allein nur imStande sei, sie von ihren entsetzlichen Schmerzen zu befreien. InFolge des ununterbrochenen Jammerns seiner Tochter entschloß sichder bekümmerte Vater, mich nochmals aufzusuchen und zu bitten, daßich doch kommen möge, uni sein krankes Kind zu beruhigen. Ich er-klärte mich dazu bereit und begab mich sofort in Begleitung des un-glücklichen Vaters nach dessen Wohnung. Bei meinem Eintritt in dasKrankenzimmer entging mir wieder die Beobachtung nicht, daß diePatientin über mein Kommen beglückt zu sein schien. Ich setzte michneben ihr Bett und wiederholte, wie Tags zuvor, mein herzlichstesBedauern, daß ich ja doch nicht helfen könne.
„„Ach doch, ich empfinde schon Linderung meiner Schmerzen,wenn Sie mit Ihrer Hand meine Stirn und mein Gesicht berühren!""erwiederte die Kranke. Ihrem Wunsche folgend, begann ich, aber nicht,wie Tags zuvor, nur aus Mitgefühl, sondern in der Absicht, der Lei-denden Linderung zu verschaffen, die Stirn und das Gesicht des jungenMädchens mit meiner flachen Hand zu streichen. Je länger ich diesessanfte Berühren fortsetzte, desto ruhiger wurde die Kranke, die wieder-holt die Augen schloß und öffnete. Als ich dies wahrnahm, setzte ichdas Streichen fort, und es währte kaum eine Viertelstunde, bis dieLeidende eingeschlafen war. Die Eltern waren über diese meine Ein-wirkung auf ihr krankes Kind auf das Aeußerste überrascht. Nachdemnur in das Wohnzimmer zurückgekehrt, bezog sich die Unterhaltunglediglich auf meine wunderbare Einwirkung, und unumwunden sprach