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2 (1890)
Entstehung
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der Superintendent seine Ansicht dahin aus, daß ich, wie er sich selbstüberzeugt, einen fast übernatürlichen Einfluß ans sein Kind ausgeübthabe. Er könne sich diese wunderbare Thatsache nur dahin erklären,daß in mir eine ganz besondere magnetische Kraft vorhanden seinmüsse. Im klebrigen bekundete der Geistliche auf dem Gebiete desMagnetismus ein vielseitiges Wissen und beleuchtete auch die viel-fachen Erfahrungen, die man mit dem thierischen Magnetismus ge-macht habe. Von alledem, was mir der würdige Herr mittheilte, hatteich keine Ahnung, ich war in dieser Beziehung ein großer Ignorant.Nach Beendigung dieser Unterhaltung empfahl ich mich und ging nachHause, während der Superintendent zu seinem ihm sehr befreundetenHausarzte eilte, um demselben meine Erfolge, die ihm so wunderbarerschienen, mitzutheilen. Am folgenden Tage wurde mir schon in früherMorgenstunde der unerwartete Besuch des Herrn Kreis-Physikus Weihe,des Hausarztes der Schulischen Familie, zu Theil. Derselbe ent-schuldigte sich zuvörderst seines frühen Besuches halber und sagte, daßer im Interesse seiner kleinen Patientin und seines bewährten altenFreundes komme, um mich zu bitten, ihm über die Art und Weisemeiner magnetischen Behandlung nähere Auskunft zu ertheileu; denngestern sei der Superintendent bei ihm gewesen und habe ihm über dieWirkungen meines thicrischen Magnetismus fast unglaubliche Mitthei-lungen gemacht. Ich erklärte dem Doktor kurz, daß ich vom Mag-nctisiren nichts verstände, worauf er ausriefeMein Gott, Sie habeudoch gestern Fritzchen, meine Patientin, in tiefen Schlaf versetzt!""Ich erwicderte ihm;Ob der Schlaf durch meine Einwirkung hervor-gebracht worden ist, kann ich nicht behaupten. Ich habe dem krankenKinde nur mit der flachen Hand die Stirn und das Gesicht wieder-holt gestrichen, und bei diesen Manipulationen ist es eingeschlafen.""Auf die Frage, ob ich bei diesen Bestreichungen irgend eine Empfin-dung gespürt hätte, mußte ich zugeben, daß ich ein leises Kribbeln inmeinen Fingerspitzen empfunden habe. Hierauf äußerte der Doktor!Mein lieber Herr Referendar, unser Wissen ist Stückwerk; es gicbtin der Natur unsichtbare Kräfte, von deren Wirkung auch der wissen-schaftlich Gebildete keinen Aufschluß zu geben vermag. Ich gehöreaber zu denjenigen, welche die Wirkung unsichtbarer Naturkräfte uuter